Seit Mittwoch 9.30 Uhr läuft der Spendenmarathon für das neue Fussballstadion im Aarauer Torfeld Süd. Und der FC Aarau, der Hauptprofiteur, tut in den ersten Stunden so, als ginge ihn das alles gar nichts an: Um 15.30 Uhr, also sechs Stunden nach der Lancierung findet sich weder auf der Homepage noch auf den Facebook-, Twitter- und Instagram-Kanälen des FC Aarau ein Hinweis auf die Rettungsaktion. Dabei weiss jedes Kind: Die virale Verbreitung ist der Schlüssel zum Erfolg beim Crowdfunding.

Hallo? Geht’s noch? Aufwachen, FC Aarau! Die nächsten Monate entscheiden über Dein Überleben!

Der FC Aarau ist wahrlich nicht in der Situation, tatenlos auf den Goodwill der Bevölkerung zu hoffen und einfach nur die hohle Hand zu machen. Dafür ist in den vergangenen Monaten zu viel Geschirr zerschlagen worden. Mit miserablen sportlichen Auftritten. Mit fragwürdigen Personalentscheiden. Mit haarsträubender Kommunikation. Und mit Hochmut: Als im Frühling die Fanszene 90‘000 Franken sammelte, um für einige Spiele auf der Trikotbrust präsent sein zu dürfen, verpasste es der FCA, für diese beeindruckende Summe in der Öffentlichkeit angemessen „Merci“ zu sagen.

Wo ist die Kampagne?

Nach dem 1:4 in Vaduz vor der Länderspielpause gaben die Verantwortlichen zu, dass die Resultate wegen der Brisanz der Stadionfrage aktuell keine Priorität haben. Eine Situation, in die sich der FCA wegen des Klammerns an das neue Stadion selber manövriert hat. Daran lässt sich jetzt nichts ändern. Aber umso mehr müsste der FC Aarau doch nun das Projekt der letzten Chance befeuern! Mit einer Goodwill-Kampagne auf allen möglichen Kanälen! Ab der ersten Sekunde!

Doch nichts da. Die Perfomance des FC Aarau am Tag der Lancierung von „meinstadion.ch“ ist ähnlich schwach wie jene auf dem Platz: An der Pressekonferenz anwesend ist einzig FCA-Präsident Alfred Schmid. Kein Sportchef, kein Trainer, kein Spieler, kein Junior, die den Spitzenfussball, also den Hauptprofiteur und Hauptgrund des neuen Stadions, repräsentieren.

„Es ist nicht fünf vor zwölf, es ist eine Minute vor zwölf“, heisst es von FCA-Seite, „es geht um Sein oder Nichtsein“. Richtig. Doch nun sind Taten gefragt! Aufwachen, FC Aarau!

Update: Mittlerweile hat der FC Aarau reagiert und stellt mit einem Artikel auf der Klubhomepage das Crowdfunding-Projekt "meinstadion.ch" vor - inklusive Spendenaufruf. Immerhin.