Drei Trainer, drei unterschiedliche Positionen – Fabian Frei ist ungewollt zum Symbol geworden eines Klubs, der nach einer goldenen Ära auf der Suche nach sich selbst ist. Angefangen hat er die Saison als Innenverteidiger unter Raphael Wicky. Alex Frei übernahm interimistisch und liess Fabian Frei erst im defensiven Mittelfeld spielen und dann gegen PAOK Thessaloniki während 90 Minuten auf der Bank.

Die Königsklasse war futsch und die Verunsicherung bei Spielern und Klub nach dem verpatzten Start in die neue Saison gross. Eine Herkulesaufgabe für Marcel Koller, den dritten Trainer nach Wicky und Frei. Aber Koller schaffte es, Ruhe reinzubringen.

Nach den turbulenten ersten vier Spielen und zahlreichen Wechseln in der Startformation und der taktischen Ausrichtung, setzte er auf Kontinuität – und Fabian Frei im defensiven Mittelfeld, der Position, die der Ostschweizer mehrheitlich spielte in seiner Karriere.

Sechsmal in Serie siegte der FCB, doch die Siege waren trügerisch, gefestigt war das Team nach dem Holperstart noch lange nicht. Das zeigte sich in den letzten drei Spielen. 1:1 gegen den FCZ, das 0:1 gegen Apollon und das Europa-League-Aus sowie nun ein magerer Punkt gegen Thun. «Das genügt unseren Ansprüchen nicht. Das war einfach nicht gut genug», sagt Fabian Frei. Nach der Verletzung von Marek Suchy stieg er zum Captain dieser Mannschaft auf. Noch am Tag nach dem Europa-Aus in Zypern sagte er: «Ich bin froh, geht es gleich weiter mit dem Spiel gegen Thun. Hätten wir nun Natipause, müssten wir zwei Wochen jeden Tag lesen, wie schlecht wir sind. Jetzt können wir uns rehabilitieren.» Hätte man sich rehabilitieren können, muss man nun anfügen.

Siege gegen Thun waren einst Pflicht. Aber es ist nichts mehr, wie es einmal war. Nur 1:1 spielt der FCB im Joggeli gegen die Berner Oberländer und verliert zwei weitere Punkte auf YB. Neun Punkte liegen die Basler unterdessen hinter dem Meister, dem man den Titel eigentlich gleich wieder entreissen wollte. Dass es wenigstens für ein Unentschieden reicht, ist auch Captain Frei zu verdanken. Er gleicht kurz vor der Halbzeit mit einem sehenswerten Halbvolley aus. Auf der Position des Spielmachers, seiner dritten in den letzten Wochen.

Hadern mit Schiedsrichter Tschudi

«Wir dachten, dass Fabian gut ist auf die zweiten Bälle in der Vorwärtsbewegung. Und er ist gut drauf, kann Tore schiessen», erklärt Marcel Koller den erneuten Positionswechsel Freis. Auch traute man ihm mehr zu als Luca Zuffi im Direktspiel gegen Dennis Hediger. So schlecht war die Einschätzung nicht.

Fabian Frei selbst hadert nach dem Spiel, wie die Mehrheit der Fans, mit Schiedsrichter Lionel Tschudi: «Ich fand, dass er in ein paar Situationen nicht richtig gepfiffen hat. Das habe ich ihm am Ende des Spiels auch noch einmal gesagt. Ganz freundlich.» Gleichzeitig war ihm auch klar, dass der FCB nicht an Tschudi scheiterte, sondern vor allem an sich selbst. Auch wenn man wegen des Platzverweises gegen Taulant Xhaka eine Halbzeit lang in Unterzahl spielte. «Wir waren zu zehnt besser als zuvor. Wir haben wieder einmal nicht gemacht, was wir uns vorgenommen haben», so Frei.

Jetzt kommt also die Natipause. Zeit zur Selbstfindung für die Basler. Denn die zwei Wochen bis zum Cupspiel gegen Echallens am 15. September kann Marcel Koller nutzen, um dem Team endlich auch im Training eingehender seine Ideen zu vermitteln. Dass sich der FCB in dieser kurzen Zeit findet und wieder zur Macht wird, wagen selbst Optimisten kaum zu glauben. Aber wenigstens einen Schritt nach vorne muss man tun, sonst geht man gegen YB unter. Denn in der Liga heisst der nächste Gegner YB. Seit gestern ist der FCB noch nicht einmal mehr erster Verfolger.