Man fühlte sich irgendwie an die vergangene Promotion-League-Saison erinnert: Der BSC Old Boys war spielerisch besser, hatte mehr Ballbesitz und ein klares Chancenplus. Dennoch durfte am Ende der Gegner drei Punkte bejubeln. Neben mehreren unglücklichen Schiedsrichterentscheiden, die gegen die Basler gefällt wurden, waren ärgerliche Eigenfehler und mangelnde Präzision im gegnerischen Strafraum die Hauptgründe für die Niederlage.

Dass auch die Präzision ausserhalb des gegnerischen Strafraums vollkommen genügt, um ein 1.-Liga-Spiel zu gewinnen, demonstrierte der Widersacher aus Biel, der beim 3:2-Heimerfolg sämtliche Tore aus grösserer Distanz erzielte. «Das muss man den Bielern lassen, Weitschüsse haben sie wirklich drauf», musste auch OB-Sportchef Rafet Öztürk anerkennen.

Der Abend hatte aus Basler Sicht nicht optimal begonnen, geriet man doch bei der Anreise in einen Stau. Der Match in der Tissot Arena musste mit 15 Minuten Verspätung angepfiffen werden. Dennoch waren die Gäste sofort auf Betriebstemperatur und gingen früh durch Furkan Tan in Führung. Allerdings fand der Treffer unerklärlicherweise wegen Offside keine Anerkennung, obwohl Passgeber Kaltrim Osaj den Ball von der Grundlinie zurückgespielt hatte.

Sidy Dieng trifft im ersten Einsatz

OB dominierte weiter, lag aber nach zwei Weitschusstoren kurz vor der Pause mit 0:2 hinten. Zwar gingen beiden Treffern Ballverluste voraus, wie sie in der 1. Liga nicht passieren sollten. Dennoch waren die Goals von Ricardo Colamartino (30.) und Christian Mourelle (42.) äusserst sehenswert. Immerhin konnte Gäste-Captain Pascal Rietmann in der Nachspielzeit noch per Kopf verkürzen.

Kurz nach dem Seitenwechsel hatten die Gelbschwarzen innerhalb kürzester Zeit gleich drei «Hundertprozentige». Immerhin konnte der erstmals spielberechtigte Sidy Dieng eine davon nutzen und glich in der 52. Minute aus.

Am Spielgeschehen änderte sich bis eine Viertelstunde vor Schluss nichts, dann begannen aber bei den Gästen die Kräfte nachzulassen und es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Der Siegestreffer gelang mit Adrian Fleury ausgerechnet einem ehemaligen OB-Akteur. Der Mittelfeldspieler verwandelte einen (geschenkten) Freistoss direkt. Gästegoalie Christian Baldinger hatte wie bei den anderen Gegentoren keinerlei Abwehrchance.

Auswärtsspiel gegen GC U21

Baldinger wird übrigens auch in Zukunft bei den Baslern zwischen den Pfosten stehen, weil Florian Fioux in den nächsten Tagen zum FC Hegenheim wechseln wird. Der Franzose hat einen neuen Job, der es ihm verunmöglicht, am OB-Trainingsbetrieb teilzunehmen. 

Am Samstag, 1. September, gastieren die Old Boys beim Nachwuchs der Grasshoppers (16 Uhr, Campus), wo sie nicht so viele Torchancen haben dürften wie in Biel. Sportchef Öztürk meinte vorausblickend: «Ob Aussenseiter oder nicht ist bei uns nicht das Thema. Wichtig wird sein, dass wir in den nächsten Partien die Fehler abstellen. Denn spielerisch war das Gezeigte zuletzt mehr als okay.»