Für Sabine Horvath ist Basel «die perfekte Ruder-Arena». Die Leiterin des Basler Standortmarketings und OK-Co-Präsidentin der Ruder-Regatta Baselhead, verspricht besten Sport auf dem Rhein. Dieser wird heute Samstag von gegen 10 000 Zuschauern hautnah mitverfolgt werden. Auf den Rheinbrücken und am Kleinbasler Rheinufer befinden sich die besten Plätze. Ab 10.30 Uhr wird der «Sprint des Rois» gefahren, ab 14 Uhr die 6,4 Kilometer lange «Mirabaud Classic». Gemeldet für die grösste Achterregatta im deutschsprachigen Raum sind insgesamt 139 Boote aus zehn Nationen, was erneut Teilnehmerrekord bedeutet.

Sehr speziell wird die Strecke der «Mirabaud Classic» sein. Für die neunte Ausgabe des Baselhead müssen sich die Athletinnen und Athleten eine neue Linie auf ihrer Wettkampf-Piste suchen. Wegen Kiesaufschüttungen und Buhnen zur Renaturierung des Ufers liegt diese Linie nun zentraler im Rhein, was die Boote stärker der Strömung aussetzt.

Gleichzeitig hat der trockene Sommer zu einem tiefen Wasserpegel geführt, was diesen Umstand noch akzentuiert. Der neuen Linienführung wegen, «kann in diesem Jahr nicht von einem Heimvorteil für Basler Boote gesprochen werden», sagt Rennleiter Matthias Schmitz.

Neue Herausforderung

OK-Co-Präsident Martin Steiger ist überhaupt gespannt, wie schnell das Rennen sein werde. Er sagt: «Gegen den Strom könnten die Achter stärker gebremst werden, mit dem Strom hingegen zusätzlich beschleunigt.» Der Streckenrekord beträgt 18 Minuten und 41 Sekunden. Jakob Schneider von Rekordhalter Team Deutschland 1 beschreibt: «Wir sind es nicht gewohnt, auf einem Fluss mit so viel Strömung zu rudern. Das ist definitiv eine Herausforderung für uns.»

Teure Schlitten, enge Kurven

Baselhead ist ein Verfolgungsrennen, das einzige der Schweiz. Als Erster geht der Vorjahressieger ins Rennen. Im 20-Sekunden-Takt starten die Verfolger. Damit alle rechtzeitig ins Wasser kommen, errichtet der Veranstalter drei Stege. Es wird eng. Die 1112 Ruderer müssen aufpassen, dass ihre rund 30 000 Franken teuren Rennboliden keinen Schaden nehmen.

Besonders heikel wird das Wendemanöver unterhalb des Birsfelder Kraftwerks. Da müssen die Boote um 180 Grad gedreht werden. Für die Zuschauer ein Spektakel wie der Zieleinlauf auf Höhe der Klingentalfähre. Der «Sprint des Rois» startet oberhalb der Mittleren Rheinbrücke und endet an selber Stelle.

Ein klarer Favorit

Die Attraktivität des Teilnehmerfeldes konnte nochmals gesteigert werden. Als klarer Favorit geht der Deutschland-Achter ins Rennen. Er ist nicht nur Vorjahressieger, sondern auch Weltmeister und Weltrekordhalter. Auch der Streckenrekord auf dem Rhein geht auf sein Konto. Gefordert werden die Deutschen vom niederländischen Nationalteam und vom Achter aus Nancy. Die Schweiz wird von Schweizer Meister Grasshopper Club vertreten.

Im Rennen der Damen-Elite könnte es zu einem hart umkämpften Duell kommen. «Für mich das Highlight dieser Regatta», sagt Sabine Horvath. Seriensieger VK Slavia Prag bekommt es mit dem britischen Nationalteam zu tun. Weitere Konkurrenz erwächst den Tschechinnen aus Paris, Amsterdam und Zug, das mit seinen Schweizer Meisterinnen antritt.

Basler RC Favorit auf den Basler Cup

32 Schweizer Boote messen sich auf dem Rhein, darunter 8 aus der Region Basel. Als Favorit auf den Basler Cup gilt der Basler RC, der mit seinen U19-Schweizer-Meistern teilnimmt. In der Region sind rund 1000 aktive Ruderer registriert. Die Preisgelder bewegen sich zwischen 50 und 5000 Franken. Die Sprintsieger dürfen vor dem Baselhead von kommendem Jahr im Hotel Les Trois Rois nächtigen und speisen.

Baselhead ist der jüngste Achter-Klassiker. Zum Vorbild genommen hat sie sich die Regatta die grossen Klassiker wie das Londoner «Boat Race», in dem sich die Universitäten von Oxford und Cambridge gegenüberstehen. In Basel, «der perfekten Ruder-Arena», werden Höchstgeschwindigkeiten von 25 km/h erreicht.