Der Spielverlauf: Berner Machtdemonstration trotz früher FCB-Führung

Eigentlich hatte das Spiel genau nach dem Matchplan von Marcel Kollers Team begonnen. Den ersten Angriff der Partie schloss Fabian Frei zur frühen Gästeführung ab. Einen Okafor-Durchbruch über den rechten Flügel vermochten die Berner nur vor die Füsse des aufgerückten Mittelfeldspielers zu klären. Der liess sich nicht zweimal bitten und vollstreckte aus dem Lauf.

Lange hatte der FCB nicht Zeit, sich über diesen Treffer zu freuen. Denn die Führung war wortwörtlich der Stich ins Wespennest. Die gelbschwarz gekleideten Berner schwärmten wie ein wütender Wespenschwarm los und nahmen das FCB-Tor unter Dauerbeschuss. Dank eines überragenden Jonas Omlin und einer kleinen Prise Glück bei Fassnachts Pfostenkopfball (16.) retteten die Gäste die Führung irgendwie in die Kabine. Beinahe wäre es gar noch besser gekommen für die Basler: Valentin Stocker vergab kurz vor dem Pausenpfiff das 2:0 - es war erst die zweite Basler Chance des Spiels gewesen.

Nach dem Tee dasselbe Bild: YB erdrückt den FCB nahezu - und die Gäste halten weiter mit allem dagegen. Bis zur 62. Minute geht das gut: Dann gleicht Nsame nach einem Flipper-Ball im Anschluss an einen Corner aus. YB hat nach diesem Tor noch lange nicht genug - der Wespenschwarm lässt die Basler weiterhin nicht zur Ruhe kommen. Als dann Carlos Zambrano nach einem Foulspiel mit gelbrot vom Platz fliegt, brechen die Basler ein. Zwei Tore von Nicolas Ngamaleu (81. und 92.) sorgen für die späte aber hochverdiente Wende. Der FC Basel kann sich ob dieser Niederlage nicht einmal allzu grosse Vorwürfe machen. Denn an diesem Sontagnachmittag war es vor allem ein entfesseltes YB-Team, das den Unterschied ausmachte.

Der Beste: Jonas Omlin

Drei Gegentreffer musste er hinnehmen - und trotzdem ist er mit Abstand der beste Akteur auf dem Platz. Jonas Omlin hext den FCB zur Pausenführung und bringt die Berner mit seinen Paraden zum verzweifeln. Ohne ihn wäre diese Niederlage noch deutlich höher ausgefallen.

Das gab sonst noch zu reden: Unrühmlicher GC-Abgang im Parallelspiel

Um viel mehr als Prestige ging es in diesem Spitzenkampf letztlich nicht. Die Positionen der Teams sind bereits fix bezogen. Anders sieht das im Tabellenkeller aus, weshalb die anderen Spiele dieser Super-League-Runde vermehrt im Fokus standen. Dort muss GC nach der 0:4-Klatsche in Luzern den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Das Spiel kann jedoch nicht einmal beendet werden, weil GC-Ultras den Platz stürmen und sich weigern, den Platz zu verlassen, bis die Spieler des Rekordmeisters vor den Gästeblock traben und dort ihre Trikots und Hosen an die Fans abgeben. Schiesdrichter Dudic will von diesen Machtspielchen nichts wissen und bricht das Spiel ab.

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