Beim FC Basel war er Publikumsliebling, Torgarant, Führungsperson. Und doch musste Marc Janko im Sommer den Verein verlassen, weil er nicht in Raphael Wickys Spielphilosophie passte und des Weiteren für einen Bankdrücker zu teuer gewesen wäre. 

Also zog es Janko zu Sparta Prag. Nach gerade einmal acht Einsätzen und zwei Toren war er jedoch mit jenem Schicksal konfrontiert, welches ihn in seiner Karriere schon viel zu oft ereilt hat: er fiel durch das Raster, spielte nicht mehr und wurde aussortiert. Wie in seiner Zeit bei Trabzonspor (2012-2014) muss er auch bei Sparta seit Jahresbeginn solo trainieren. 

Nachspiel für Prag bei der Fifa?

«Von nun an Einzeltraining. Ich, für meinen Teil jedenfalls, werde diesen Umstand mit der größtmöglichen Professionalität begegnen, probieren tagtäglich bestmöglich zu arbeiten und mich vor allem nicht hängen zu lassen», schrieb er damals zu seiner Situation. Eine Situation, die gar von der Fifa geregelt werden könnte.

Weil der Spielerberater von Jankos Team-Kollege Jonathan Biabiany nämlich bei der Spielergewerkschaft FIFPro vorstellig wurde und Sparta Prag Mobbing vorwirft, müsste der Weltverband aufgrund eines seit 2017 existierenden Gesetzes, welches den Ausschluss von Spielern vom Mannschaftbetrieb untersagt, bestrafen. 

Doch auch wenn viel geschrieben wurde, konkret ist in diesem Fall eben so wenig passiert wie bei Jankos Arbeitssituation. Der 34-jährige Stürmer wurde zwar bereits in den letzten Tagen als Neuzugang des FC Lugano erwartet. Der Verein will ihn, er will ins Tessin – alles gut also. Dennoch ist Janko noch immer in Prag. 

Vertrag noch nicht aufgelöst

Nachdem gestern das internationale Transferfenster geschlossen wurde, kamen Fragen nach einer Realisation des Zuzugs auf. Wäre Janko vertragslos, stünde einem Wechsel nichts im Wege. Wäre dem so, müsste Janko aber nicht weiterhin mit seine zwei Teamkollegen und Sparta-Fitnesscoach Stefano Campari trainieren. 

Was ist also der Stand der Dinge? Nachdem auf Twitter eine Diskussion entfacht war, in der der Spieler selber angetweetet wurde, nahm dieser Stellung: «Ich kann nicht mit dem Wissen ins Bett gehen, dass sich 3 Menschen da draußen den Kopf über meine Situation zerbrechen. Deswegen hier das Update: 1) habe noch Vertrag in Prag 2) trainiere alleine weil Verein mich loswerden will 3) eine Lösung scheint nahe", so Janko. Versehen hat er diese Erklärung mit #tobecontinued. 

Rendezvous mit dem Ex-Verein am Sonntag?

Der Lugano-Transfer ist trotz noch bestehendem Vertrag aber nicht vom Tisch. Lugano-Präsi Angelo Renzetti soll einem Tweet zufolge auf dem Weg nach Prag sein, um den Deal einzutüten. Wohl dürfte er dort mit den Sparta-Verantwortlichen Jankos Vertrag auflösen, womit einem Wechsel nichts mehr im Wege stehen würde. Gegenwehr von Seiten der Tschechen ist nicht zu erwarten, wollen sie doch den Stürmer ohnehin von der Lohnliste streichen. 

Klappt alles, könnte Janko bereits am Sonntag im Kader der Luganesi stehen. Und die spielen – wie sollte es auch anders sein – dann ausgerechnet gegen den FCB.