Neues Jahr, alte Vorsätze – so startete der FCB ins 2018. Oder wie Sportchef Marco Streller an der Pressekonferenz nach der Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs am 8. Januar sagte: «Wir haben nie etwas anderes kommuniziert, als dass wir Meister werden wollen – daran halten wir fest. Wir sind überzeugt, dass wir unsere Ziele erreichen.»

Es war nicht verblendetes Gerede eines Fans, es war eine realistische Einschätzung eines Fussball-Fachmanns. Der FC Basel lag zu diesem Zeitpunkt bloss zwei Punkte hinter YB, hatte in den letzten Wochen des alten Jahres den Druck auf den Leader aus Bern fast von Spieltag zu Spieltag erhöht. YB war angezählt.

Was seither geschah, hätte sich in Basel niemand auszumalen gewagt. Während die Berner Sieg an Sieg reihten, geriet die Meister-Maschine aus Basel ordentlich ins Stocken. Die FCB-Buchhaltung des Schreckens: sieben Spiele, fünf Niederlagen. Es beginnt mit dem 0:1 im Joggeli gegen Lugano.

Ein kurzes Aufbäumen, ein 2:0-Sieg in Thun und schon gehts weiter mit der Talfahrt. 0:4-Watsche im Heimspiel gegen Manchester City, 0:2 daheim gegen St. Gallen, Spielabsage in Lausanne, 0:2 im Cup-Halbfinal gegen YB, kein Klassiker in Basel wegen Stromausfall.

Irgendwie schafft es der FCB danach, Manchester City im Etihad Stadium zu bezwingen (2:1). Doch das zurückgewonnen erhoffte Selbstvertrauen vergessen die Basler in England, verlieren am Sonntag auch gegen Luzern 0:1.

Die Tabelle 2018

Rang

Mannschaft

Spiele

Torverhältnis

Punkte

1.

YB

6

17:5

18

2.

Luzern

6

9:5

14

3.

St. Gallen

6

12:6

12

4.

Lugano

6

5:10

9

5.

Zürich

5

8:6

7

6.

Sion

6

12:9

7

7.

GC

6

6:7

7

8.

Basel

4

2:4

3

9.

Thun

6

9:18

3

10.

Lausanne

5

4:13

1

«Wir schlafen nach der Halbzeit. Das spielte Luzern in die Karten. Sie konnten danach zumachen. Hätten wir das 0:0 länger halten können ...», beginnt Michael Lang. Dann schüttelt er entnervt den Kopf und sagt: «Schon wieder der Konjunktiv. Das habe ich langsam gesehen. Es ist einfach wirklich schlecht, wie wir aus der Pause rauskamen.»

Die Luzerner bestrafen die Unaufmerksamkeit der Basler mit dem einzigen Tor der Partie, gewinnen dank Valeriane Gvilia mit 1:0 – und sind damit auch im sechsten Spiel dieses Jahres ungeschlagen. Der FCB dagegen hat von den sechs Partien nur deren vier spielen können und drei davon verloren. Drei Punkte hat der FCB 2018 geholt – YB 18.

St. Gallen im Nacken

Nur ein Team ist noch schwächer ins neue Jahr gestartet als der Serienmeister aus Basel: Lausanne Sport. Die Waadtländer haben aus fünf Spielen nur einen Punkt geholt (0:0 gegen GC in Runde 24). Morgen sind die Basler im Waadtland zu Gast. Zum Krisengipfel in der Pontaise.

Und während es für die Basler noch Anfang Februar um den neunten Meistertitel in Serie ging, müssen sie jetzt aufpassen, dass sie Rang 2 nicht an St. Gallen verlieren. Auch die Ostschweizer starteten schlecht ins neue Jahr. Aber seit dem Sieg im Joggeli reiten sie auf der Erfolgswelle und sind mit zwei Spielen mehr bis auf zwei Punkte an den FCB herangekommen.