Dass am Samstag nicht ein ganz normales Spiel im St. Jakobs-Park stattfand, kam spätestens an der Pressekonferenz zur Geltung. Da durfte Congeli-Präsident Thomas Steinemann FCZ-Trainer Ludovic Magnin gleich selbst eine Frage stellen. Und dieser brachte es auf den Punkt: „Der Cup hat eine andere Atmosphäre verdient.“

Die 1500 Zuschauer im riesig wirkenden Joggeli hätten in einem kleineren Stadion wohl eher zu einem Cupfest beigetragen. Trotz 800 lautstarken Zürcher Fans war die Spielstätte insbesondere aus sportlicher Sicht ein Nachteil für Congeli: Das grosse Feld und eine erhöhte Nervosität bei einigen Basler Akteuren halfen dem FCZ.

«Haben uns zu Beginn das Leben schwer gemacht»

Und so dachte Magnin bereits in der Pause schmunzelnd: „Nach 45 Minuten habe ich hier noch nie 4:0 geführt.“ Aber der FCZ-Trainer gratulierte seinem ersten Cup-Gegner der Saison – und das zu Recht. Das Heimteam versuchte mitzuspielen und konnte durch einen harmlosen Weitschuss immerhin den ersten Abschluss der Partie verbuchen, was Concordia-Trainer Anil Kumar besonders stolz machte.

Sein Team hielt in der Startviertelstunde sehr gut mit und Magnin meinte sogar etwas überspitzt: „Sie haben uns zu Beginn das Leben schwer gemacht.“ Die Unterschiede wurden danach insbesondere bei den Gegentreffern in der ersten Hälfte schnell ersichtlich. Beim 1:0 durch Pa Modou ging ein Stockfehler Mike Castros und dem 2:0 ein schwacher Abstoss von Keeper Dominik Palesko voraus. Die Tore drei und vier fielen jeweils durch einen Konter. „Diese beiden Treffer ärgern mich am meisten, das darf uns auch in der 2. Liga nicht passieren“, meinte Kumar. 

Wenig Offensivszenen 

Das nicht ganz unhaltbare 5:0 durch Stephen Odey und das 6:0 von Antonio Marchesano rundeten diesen Cup-Nachmittag ab. Der FCZ liess die Basler in der 2. Hälfte noch etwas spielen, Offensivakzente konnten diese jedoch kaum setzen. Einzig Ugur Findik versuchte es ab und zu mit einem Weitschuss.

Am gefährlichsten wurde es in der 60. Minute als er zwar den Ball nicht richtig traf, dieser aber via Boden an den Aussenpfosten klatschte. Die Zürcher nahmen die Partie trotz Tempoverlangsamung zum Schluss keineswegs auf die leichte Schulter und setzten mehrheitlich Stammspieler ein. Das 0:6 ist auch deshalb für Concordia ein ordentliches Resultat und die Zweitligisten haben sich tapfer geschlagen.

Riesiges Polizeiaufgebot

Präsident Thomas Steinemann war ebenfalls gut gelaunt und sagte unisono mit Trainer Anil Kumar: „Wir konnten die Partie in vollen Zügen geniessen.“ Alles lief gut über die Bühne und auch die Leistung der Mannschaft war in Ordnung. Dennoch, der ganze Event kostete viel Geld und der Verlust beziffert sich in etwa auf einen mittleren fünfstelligen Betrag, trotz Unterstützung der Stadt und des FCB bei Sicherheit und Stadionmiete.

Es darf sich schon die Frage gestellt werden, wieso es ein derart grosses Polizeiaufgebot brauchte und die Gegend rund ums Stadion abgesperrt wurde. Es bleibt zu hoffen, dass im Schweizer Cup möglichst bald wieder richtige Cup-Feste gefeiert werden können. Vielleicht schafft Congeli ja dann die Sensation.