Der Hürdencup auf der Schützenmatte ist anders. Der Zeitpunkt zum Saisonauftakt ist das eine, die zum Teil ungewöhnlichen Distanzen das andere. Und da ist noch diese besondere Gesamtwertung: das Total aus zwei von drei Hürdendisziplinen.

Es ermittelt den Hürdencup-Sieger und die -Siegerin. Einen prominenten Namen trug die Sie: Noemi Zbären siegte zum dritten Mal nach 2013 und 2014. In der schwächer besetzten Männerwertung setzte sich mit Benjamin Schneider ein OB Basel Athlet durch.

«Cool, dieses Format», sagte Zbären nach ihren beiden Rennen über 100 m Hürden und 150 m Hürden. Vor allem der zweite Einsatz forderte sie. 10 Hürden, verteilt auf 150 m: Das ist ungewohnt und streng. «Drei Jahre lief ich das nicht mehr», sagte die 25-jährige Emmentalerin. Die Zeit (26;95) stand dabei nicht im Vordergrund. «Vielmehr ging es um eine effektive Trainingseinheit.» Die Schwierigkeit war klar: der ungewohnte Rhythmus. Zbären motivierte und freute die Herausforderung: «Ich konnte Vollgas geben und im Siebnerschritt-Rhythmus mein Stehvermögen reizen», sagte sie. Spass hat sie dabei empfunden.

Leichter einschätzen liess sich der Wert des ersten Einsatzes: 13,37 Sekunden. Das entspricht zwar (noch) nicht ihren Ansprüchen (Zeiten um oder unter 13 Sekunden). Aufgrund der Bedingungen (leichter Gegenwind) und des frühen Zeitpunkts im Jahreskalender kann sie damit aber einiges anfangen: «Die Technik passte und die Steigerung zur Vorwoche beim Heimmeeting lässt sich sehen.» 13,80 lief sie damals im Regen und Gegenwind. Und: «Mit Konkurrenz ginge es noch schneller.» Vor nimmt sie sich: «Bei den beiden letzten Schritten vor den Hindernissen will ich noch mehr attackieren.»

Ruckstuhl: steigende Formkurve

Auf zwei Starts in Basel fokussierte sich die Siebenkampf-Rekordhalterin Géraldine Ruckstuhl – und zog dies einem Formtest beim Mehrkampf-Meeting in Landquart vor. Priorität mass die 21-Jährige den mässigen Resultaten keine bei: 5,81 m im Weitsprung und 14,24. Sie richtete ihren Blick auf Details.

Sie betonte: «Im Hürdensprint glückte der Start besser denn je, anschliessend aber touchierte ich die Konkurrentin auf der Nebenbahn mehrmals. Das verhinderte eine Topzeit.» Steigerungspotenzial machte sich auch im Weitsprung aus. Bei ihrem besten Versuch sprang sie hinter dem Balken ab und verschenkte dadurch die 6-m-Marke. Aber, so ihr Fazit: «Ich konnte den Anlauf testen und mit diesem bin ich äusserst zufrieden.» 

Langs Anspruch

Zu nichts Aufbauendem kam hingegen der Basler Sprinter Silvan Wicki. Bei 1,8 m Gegenwind musste er sich über 100 m mit 10,70 Sekunden begnügen. Zum Vergleich: Letztes Jahr (Bestzeit 10,17 Sekunden) lief er elf von zwölf Rennen schneller, deutlich schneller auch den Saisoneinstand (10,40). «Das war nicht gut», sagte er. Auf den geplanten Zweiteinsatz über 150 m verzichtete er kurzfristig.

Für den zweiten Blickpunkt aus regionaler Sicht sorgte Hochspringerin Salomé Lang. Die 21-Jährige von den Old Boys Basel übersprang 1,83 m – und damit verbunden: Schweizer Saisonbestleistung und erfüllte Limite für die U23-Europameisterschaften vom Juli.

«OK, aber nicht überragend», befand sie. Nach einer Erklärung suchen musste sie nicht: der letzte Wettkampf lag über zwei Monate zurück. Da fehlte die technische Feinjustierung. «Jetzt folgen zwei Wochen Training und dann geht’s aufwärts», blickte sie in die nahe Zukunft.