Vor zwei Wochen zeigten die Volleyballerinnen von Sm’Aesch Pfeffingen bei ihrem Auftritt im Sechzehntelfinal-Rückspiel in der Basler St. Jakobshalle gegen VC Oudegem wieder einmal ihr ganz spezielles Europacup-Gesicht. Nach dem unerklärlich schwachen Auftritt des gesamten Teams beim Auswärtsspiel in Belgien steigerten sich Captain Madlaina Matter und ihre Teamkolleginnen enorm.

In einem mitreissenden Spiel machte die Mannschaft mit einem klaren 3:0 nach Sätzen den eingehandelten 1:3-Rückstand wett und schaffte im nötig gewordenen Golden Set mit einem 15:9 den Einzug in die nächste Runde. Zu einem solchen Entscheidungssatz kommt es beim Volleyball, wenn beide Teams je ein Spiel gewonnen haben. Die Anzahl der gewonnenen Sätze spielt in dieser Sportart dann keine Rolle mehr.

Sport an erster Stelle

Diese Qualifikation bringt dem jungen Verein aus dem Baselbiet finanziell zwar rein gar nichts, ganz im Gegenteil. Anders als beim Fussball werden bei einem Weiterkommen in einem internationalen Wettbewerb keine Millionen in die Kasse gespült. Aber trotzdem darf man nicht vergessen, dass es auch beim Volleyball in erster Linie immer noch um den Sport und nicht ums Geld gehen sollte.

Natürlich entstehen dem Klub pro Europa-Cup-Runde Kosten von über 30 000 Schweizer Franken, doch sollte es irgendwie möglich sein, für einen solchen – auch für die Zuschauer attraktiven – Anlass entsprechende Sponsoren zu finden. Immerhin ist die Volleyballmannschaft von Sm’Aesch Pfeffingen zurzeit das einzige regionale Team, welches auf europäischer Ebene spielt.

Erinnerungen an viele Abenteuer

Gerade bei den jeweiligen Teams von Sm’Aesch Pfeffingen hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass man nach Europacup-Spielen in der Meisterschaft noch ein Stück stärker aufgespielt hat. Ja man kann sogar behaupten, dass der Verein aus Aesch ohne seine grossartigen internationalen Auftritte nie und nimmer dem Millionen-Klub und Seriensieger Volero Zürich in sportlicher Hinsicht hätte Paroli bieten können.

Doch nicht nur die Steigerung auf dem Feld stand bei den manchmal abenteuerlichen Reisen in teils ziemlich unbekannte Gegenden im Vordergrund, sondern auch der kameradschaftliche Aspekt. Sei es beim Besuch eines Felsen-Klosters in den Anhöhen der türkischen Stadt Trabzon mit Turnschuhen und 15 Zentimetern Neuschnee oder der Reise ins praktisch den ganzen Tag über dunkle Hämenlinna im winterlichen Finnland. Auch die drei- bis viertägigen Trips ins sonnige, politisch aber immer heikle Tel Aviv und dem geschichtsträchtigen Athen mit Besuch der Akropolis bleiben den Spielerinnen und den mitgereisten Fans wohl für den Rest ihres Lebens in Erinnerung.

Endlich einmal zu Hause vorlegen

Doch in der Gegenwart steht vorerst das letzte Spiel des Jahres 2018 an. Diesmal steht zunächst keine Reise auf dem Programm, sondern ein «Heimspiel» in der Rankhofhalle in Basel. Dort würde das Team von Head-Coach Andreas Vollmer nur zu gerne in heimischer Umgebung resultatmässig vorlegen, um dann idealerweise im Januar 2019 mit einem Vorsprung zum Rückspiel nach Ungarn zu reisen.

Beim aktuellen ungarischen Meister Swietelsky Bekescsaba sticht vor allem Nikoleta Perovic heraus. Die 1,84 Meter grosse Montenegrinerin hat im Europa-Cup- Rückspiel die Ukrainerinnen aus Yuzhny praktisch im Alleingang aus dem Wettbewerb geschossen. «Wir haben noch wenig über das Team von Bekescsaba gehört, ausser dass sie mit drei Spielerinnen aus Montenegro und einer starken Serbin antreten werden. Unser Trainer wird aber vor der Partie noch einige Videostudien einbauen, damit wir auf ihre Spielweise bestens vorbereitet sind. Ausserdem hoffen wir auch in diesem Spiel wieder auf den Support von vielen Zuschauern», sagt die in Budapest geborene Deutsche Dora Grozer.

Die zehn übrig gebliebenen Spielerinnen von Trainer Vollmer – Passeuse Taylor Tashima (Gehirnerschütterung) ist vorläufig in die USA zurückgekehrt und Solenn Fabien (Kreuzbandriss) wird in dieser Saison kaum mehr aufs Feld zurückkehren – werden alles versuchen, die europäische Geschichte auch im Jahr 2019 weiterzuschreiben. Beim Rückspiel in Ungarn am 24. Januar 2019 um 18.00 Uhr wird dann die kurzfristig verpflichtete österreichische Nationalspielerin Monika Chrtianska auch mit von der Partie sein.