FCB-Trainer Marcel Koller ist nach dem 4:2-Sieg nach Verlängerung im Cup-Vietelfinal in Sion schnell wieder in den Liga-Modus übergangen. Noch auf der nächtlichen Busreise aus dem Wallis zurück nach Basel schaut er sich das Spiel noch mal am Bildschirm an und macht erste Analysen.

Seine Spieler feiern derweil nach Mitternacht im hinteren Teil des Busses den 26. Geburtstag von Eder Balanta. Sie zocken miteinander und hören Musik. Einige Reservisten schlafen irgendwann bereits auf der Heimfahrt ein, doch das Gros der Spieler ist nach der dramatischen Partie zu aufgewühlt und bekommt erst nach der Ankunft in Basel in den frühen Morgenstunden Schlaf.

Die Bilder vom 4:2 im Cup:

Am Donnerstag ist dann erst einmal Regeneration angesagt. Marcel Koller verfolgt am Abend das Cupspiel des nächsten FCB-Gegners Thun. Die Berner Oberländer gewinnen 3:2 gegen Lugano. Am Freitag trainierte der FCB dann wieder auf dem Campus. Doch nicht alle Spieler sind einsatzbereit. Neben dem verletzten Carlos Zambrano fehlen auch Kevin Bua, Ricky van Wolfswinkel, Eder Balanta, Jonas Omlin (krank) und Silvan Widmer (Hüftprobleme). Wer von den angeschlagenen Spielern am Sonntag wieder dabei sein wird, steht erst kurzfristig fest.

Van Wolfswinkel nicht schlimmer verletzt

Bei Ricky van Wolfswinkel sieht es nicht ganz so schlimm aus. Statt der befürchteten Bänderverletzung hatte er nach einem Schlag aufs Knie lediglich Flüssigkeit im Gelenk, was ein Weiterspielen am Mittwoch unmöglich machte. Beim in Sion ebenfalls ausgewechselten Kevin Bua gibt es noch keine Entwarnung. Die genaue Diagnose steht noch aus. Aufgrund der vielen Wehwehchen, wird Marcel Koller gegen Thun wohl wieder rotieren müssen. Auf dem Flügel dürfte Valentin Stocker, der Matchwinner vom Sion-Spiel, von Beginn an spielen. «Er kann sich dann nächste Woche erholen», sagt der Coach am Freitag vor dem Spiel und lacht.

Beide Teams 2019 ungeschlagen

Die Partie gegen Thun, das in der Tabelle vier Punkte hinter dem FCB auf Rang 3 steht, ist für Marcel Koller ein «absoluter Spitzenkampf». Der FCB-Trainer hat auch eine Erklärung, warum Thun in dieser Saison konstant gut spielt: «Sie spielen fast immer mit den gleichen Spielern. Sie sind schnell und stark im Eins-gegen-eins und spielen direkt nach vorne.» Weil das früher finanziell so gebeutelte Thun durch die steigenden Uefa- und TV-Gelder nicht mehr jedes Jahr die halbe Mannschaft verscherbeln muss, zeigt der Verein in diesem Jahr, was in Thun möglich ist.

Wie auch der FCB ist Thun in diesem Jahr noch ungeschlagen. Schon beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Vereine beendete Thun eine rotblaue Ungeschlagen-Serie von sieben Spielen. Gleiches haben Trainer Marc Schneider und sein Team wieder vor. Doch auch der FCB dürfte besonders motiviert und auf Revanche aus sein. Denn nach dem 2:4 in der Hinrunde fühlte sich der FCB vom Schiedsrichter betrogen. Dieser hatte ein reguläres Tor von Dimitri Oberlin nicht gegeben und ein Thuner Offside-Tor anerkannt.