Am Donnerstag das taktisch hochstehende Rasenschach gegen den FC Sevilla in der Europa League, am Sonntag das torreiche Spektakel gegen den FC St. Gallen in der Super League – die Besucher des St. Jakob-Parks haben innerhalb von drei Tagen die breite Palette des Spitzenfussballs zu sehen bekommen. Vermutlich sind sie aber gestern noch etwas zufriedener nach Hause gegangen als nach dem 0:0 gegen die Spanier. Nicht alleine deshalb, weil der FC Basel als verdienter 4:2-Sieger vom Platz gegangen ist, sondern es allerbeste Unterhaltung gewesen war, was den 27 305 Zuschauern geboten wurde. Mit einem Akteur, dem ohne Zweifel die Überschrift «Mann des Spiels» gebührt: Marc Janko.

Janko der Matchwinner

Der Österreicher war mit seinen drei Toren der Matchwinner für den FCB, das 4:2 durch Renato Steffen (93.) nur noch das Tüpfchen auf dem i. «So ist das im Fussball. Gegen Sevilla hätte ich ein Tor machen müssen, heute gingen die Bälle nun rein», sagte Janko. Nach sechs Minuten hatte er eine Massflanke von Davide Callà zum 1:0 ins Tor geköpfelt, vier Minuten nach der Pause einen präzisen Freistossball von Luca Zuffi zum 2:2 ins Netz verlängert und lediglich fünf weitere Minuten später ein exzellentes Zuspiel von Breel Embolo zum 3:2 verwertet. «Das perfektes Spiel war es aber nicht», sagte Janko, «denn ich habe ja noch ein reguläres Tor erzielt, das leider aberkannt wurde.» Ja, hätte dieser korrekt erzielte Treffer unmittelbar vor der Pause gezählt, dann wäre sein persönlicher Torrekord – vier Tore in den Spielen mit Red Bull Salzburg gegen Altach (4:3, innerhalb von 23 Minuten!) und Austria Kärnten (7:1) sowie mit Twente Enschede gegen Heracles Almelo (5:0) – in Gefahr geraten. Denn der 32-Jährige besass kurz vor dem Ende nach Steffens Zuspiel noch eine weitere Grosschance.

Natürlich war auch Trainer Urs Fischer mit seinem Stürmer hoch zufrieden, der nach zwei Spielsperren ein eindrückliches Ligacomeback gegeben, erstmals seit dem 6. Dezember wieder getroffen hatte und nun bei 16 Toren hält. «Fürs Toreschiessen ist er da», sagte Fischer trocken, um Janko dann doch zu loben. «Er hat extrem viel gearbeitet, auch in der Defensive. Das macht seine Leistung noch wertvoller.»

Lehrstunde für St. Gallen

Lob hatte Fischer aber auch für alle anderen parat. «Die Leistung der ganzen Mannschaft hat mir unheimlich imponiert.» Diese, im Vergleich zum Sevilla-Spiel auf immerhin fünf Positionen umbesetzt, hatte die zwei aus dem Nichts gefallenen St. Galler Tore vom 1:0 zum 1:2 durch Edgar Salli (12.) und Martin Angha (22.) gut weggesteckt. Und in der zweiten Halbzeit derart ballsicher und konzentriert gespielt, dass die Ostschweizer keine Hoffnungen mehr auf einen Punktgewinn hegen konnten. «Wir haben heute einiges gelernt», sagte demütig der St. Galler Trainer Joe Zinnbauer, der nach drei Spielen ohne Niederlage wieder einmal verloren hatte.

Der FCB dagegen ist in der Liga seit sieben Spielen ungeschlagen und in der Tabelle – bei einem Spiel weniger als YB – 14 Punkte voraus. Ganz sorgenfrei ist er vor dem Rückspiel in Sevilla am nächsten Donnerstag aber nicht. Zwar lieferte Innenverteidiger Daniel Hoegh bei seiner Rückkehr in die Anfangsformation eine ordentliche Leistung ab und dürfte den gesperrten Walter Samuel ersetzen. Doch noch liess sich gestern nicht sagen, wie gut die Chancen stehen, dass Rechtsverteidiger Michael Lang in Andalusien wieder zur Verfügung steht. Und ein dickes Fragezeichen ist auch hinter den zweiten Mann auf dieser Position zu setzen. Philipp Degen, der ein bemerkenswertes Comeback gegeben hatte, war wieder auf die operierte Schulter gefallen und musste ersetzt werden. «Es geht ihm nicht gut», sagte Fischer.

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