Den Mann des Spiels auszumachen fällt nicht schwer. Und das nicht nur, weil Albian Ajeti in der 30. Minute per Kopf den einzigen Treffer erzielt und dem FC Basel damit das Weiterkommen in die Europa-League-Playoffs sichert. Es ist die Summe dessen was der 21-Jährige in seinen 45 Einsatzminuten zeigt, das einen ganz starken Eindruck hinterlässt.
Ajeti ist von der ersten Sekunde an in diesem Spiel. Mit Ausnahme von einer Offensivaktion hat er bei jedem Angriff in der ersten Halbzeit seine Füsse im Spiel. Ob als Vorbereiter oder als Vollstrecker.

Vitesse bekommt den FCB-Stürmer zu keiner Zeit in den Griff. Es scheint, als wäre man etwas überrascht von seinen Qualitäten. Dies wiederum ist unverständlich, adelte Vitesse-Coach Leonid Slutskiy Ajeti vor dem Spiel doch noch als «einen der talentiertesten jungen Stürmer Europas». Ebendieser ist es, der in der 26. Minute den vorentscheidenden Platzverweis provoziert. Nachdem ein Ball von Thulani Serero in Richtung von Jake Clarke-Salter und dem Tor von Vitesse fliegt, weiss der holländische Verteidiger sich gegen den heraneilenden Ajeti nur noch mit einem Foul zu helfen.

Das hohe Bein Clarke-Salters trifft Ajeti an der linken Schulter, Ajeti geht zu Boden und Clarke-Salter fliegt vom Platz, weil er der hinterste Mann war. Es ist eine absolut unnötige Aktion des Vitesse-Verteidigers. Vor allem auch, weil Ajeti weg vom Tor gelaufen wäre. Der frühe Platzverweis in diesem Spiel zwingt Slutskiy dazu, umzustellen. Matus Bero muss raus, der ehemalige Zürich-Spieler Rasmus Thelander ersetzt ihn. Ein Wechsel mit Folgen. Denn Thelander ist drei Minuten später nicht auf der Höhe. Wortwörtlich. Nach einem perfekt getretenen Eckball von Luca Zuffi steigt Ajeti in der Mitte des Fünfmeterraumes am höchsten und nickt zum 1:0 ein.

Die Szene des Spiels: Der Basler Albian Ajeti erzielt per Kopf das einzige Tor des Spiels.

Die Szene des Spiels: Der Basler Albian Ajeti erzielt per Kopf das einzige Tor des Spiels.

In die Köpfe gekommen

Es bleibt das einzige Tor in diesem Spiel. Zum Einen, weil der FCB aus diversen weiteren Chancen nichts Zählbares macht. Diese Fahrlässigkeit ist etwas vom Einzigen, was man der Basler Mannschaft in diesem Rückspiel gegen Arnheim ankreiden kann. Zum Anderen aber auch, weil Vitesse zu keiner Zeit gefährlich werden kann. Lediglich einen einzigen Schuss bringen die Holländer auf das Tor der Basler. So beschäftigungslos war Jonas Omlin seit seiner Ankunft beim FCB noch nie. «Ich war selten am Boden heute. Das zeichnet unsere Defensive aus», sagt der Keeper nach Schlusspfiff denn auch.

In der Tat ist die Basler Defensive das, was neben Ajeti an diesem Abend glänzt. Obwohl man sich phasenweise etwas gar weit nach hinten drängen lässt, kann Arnheim nichts Zwingendes herausspielen. Zu kompakt stehen die Basler. Das zweite Spiel zu Null in dieser Saison ist die Folge. Vertrat FCB-Coach Marcel Koller vor dem Spiel bereits die Meinung, dass er die Defensive stabilisiert habe, steht er nach dem gestrigen, defensiv tadellosen Auftritt nicht mehr alleine da mit dieser Ansicht.

Wiederum gewann das Team von Marcel Koller (links). Dieser dürfte ab der Leistung zufrieden sein, besonders weil die Basler kein Tor erhielten.

  

Allgemein wirken die Basler mental noch gefestigter und noch überzeugter von sich und den vorhandenen Qualitäten. Koller hat es tatsächlich geschafft, in die Köpfe der Spieler zu kommen. Etwas, was er von Beginn an stets betont hatte. Auch, weil dies aufgrund der wenigen Trainings auf dem Feld die einzige Möglichkeit sei, um etwas zu bewirken. Und es ist ihm gelungen. Paradebeispiele dafür, sind die unter ihm wieder erstarkten Fabian Frei und Luca Zuffi. Und natürlich Ajeti. Auch wenn es in seinem Kopf nach dem Spiel etwas sturm ist. Mit Verdacht auf eine Hirnerschütterung muss er sich in der Pause auswechseln lassen. Die Hälfte der Zeit hat ihm aber trotzdem gereicht, um dieses Spiel wie kein Anderer zu prägen.

Was sonst noch zu reden gab: Tolle Stimmung trotz leerem Stadion

Nur 12'334 Zuschauer waren gegen Vitesse mit dabei. Akustisch merkte man dies kaum. Die Muttenzerkurve, aber auch der prall gefüllte Gästeblock, sorgten für eine tolle Fussballatmosphäre. Dennoch: So viele leere Sitze im Joggeli sind ungewohnt - ein Bild, das sich kommende Woche gegen Limassol aber wiederholen könnte.

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