Nach zweieinhalb Jahren in der Bundesliga löste Frei seinen noch bis 2019 laufenden Vertrag mit Mainz vorzeitig auf und kehrt in die Heimat zurück. Für Mainz bestritt der zwölffache Schweizer Internationale 62 Pflichtspiele, seinen einzigen Bundesliga-Treffer erzielte er am letzten Spieltag der vor einer Woche zu Ende gegangenen Vorrunde, als er in Bremen in der Nachspielzeit zum 2:2 traf.

Aus der Sicht Freis ist die Rückkehr zugleich ein Aufstieg. Er verlässt den Tabellen-15. Deutschlands und setzt seine Laufbahn bei einem Verein fort, der erneut unter die Top 16 der europäischen Klubszene vorgestossen ist. Ein "grossartiger Charakter" sei Frei, bedauerte der Mainzer Sportdirektor Rouven Schröder den vorzeitigen Abgang des Schweizer EM-Teilnehmers. Über die finanziellen Details des Deals vereinbarten die Beteiligten Stillschweigen - das Fachmagazin "Kicker" spekulierte, Mainz habe rund 2,5 Millionen Euro verlangt.

Mit dem FCB hat der fünffache Titelträger viel vor, für ihn ist das Comeback bei Rotblau kein Wechsel in die Komfortzone: "Ich habe schon viel gesehen, aber ich gehöre nicht zum alten Eisen." Er habe in der Liga des Weltmeisters gelernt, die Ellbogen auszufahren und sich durchzusetzen. "Ich habe als Mensch einiges dazugelernt", so Frei.

"Jeder kennt die grossen Qualitäten von Fabian Frei", sagte FCB-Sportchef Marco Streller, der jahrelang mit Frei zusammengespielt hatte. Für die Basler bestritt der Thurgauer zwischen 2007 und 2015 255 Pflichtspiele, neben fünf Meister-Trophäen gewann er auch zweimal den Schweizer Cup. Nach seiner ersten Rückkehr nach Basel nach seinem zweijährigen Abstecher nach St. Gallen (2009 bis 2011) gehörte Frei zu den Leistungsträgern beim FCB, der mit der Qualifikation für die Europa-League-Halbfinals 2013 sowie dem Einzug in die Champions-League-Achtelfinals 2012 und 2015 auch international für Furore sorgte.

Basel hatte nach dem überraschenden Rücktritt von Captain Matias Delgado im Sommer kurz nach Beginn der Super League angekündigt, in der Winterpause auf dem Transfermarkt aktiv zu werden. Nach einem harzigen Start in die Saison liegt der FCB in der Tabelle auf Platz 2, zwei Punkte hinter Leader Young Boys.

Mit dem Zuzug des erfahrenen Defensiv-Regisseurs Frei verstärkt der Branchenprimus den Druck auf YB zusätzlich. In der Vergangenheit haben sich die Rückruf-Aktionen ehemaliger Bundesliga-Professionals für Basel primär im nationalen Kerngeschäft vollumfänglich gelohnt: Den Investments in Alex Frei (Dortmund), Marco Streller (Stuttgart) oder Benjamin Huggel (Frankfurt) hatte die Super-League-Konkurrenz nichts zu entgegnen.

Die Personalie Frei ist auch im Kontext mit dem anstehenden Europacup-Highlight zu sehen. Unter anderem dank dem 1:0-Coup gegen Manchester United haben sich die Bebbi für die Achtelfinals der Champions League qualifiziert und empfangen am 13. Februar den Premier-League-Leader Manchester City. In diesem schwierigen Duell tut ein Akteur mit einem internationalen Fundus, wie ihn Frei zu bieten hat, selbstredend gut.