Vor etwas mehr als drei Monaten, am 19. Mai, war es endlich vollbracht. Nach einem Jahr in der Nationalliga B feierte der RTV Basel nach einer überlegen und beeindruckend souverän gespielten Saison in der zweitobersten Liga den umjubelten, direkten Wiederaufstieg. Danach gestaltete sich die Zeit für Planungen und Vorbereitungen für die Saison 2018/19 im Oberhaus im Vergleich zur Konkurrenz sehr kurz.

Personell galt es vor allem den Rücktritt von Leistungsträger Florian Goepfert zu kompensieren. Aber nicht nur. Die Aufsteiger-Mannschaft von Cheftrainer Samir Sarac und Assistenztrainer Patrice Kaufmann hat sich auf mehreren Positionen verändert.

Neu beim RTV sind auf die neue NLA-Saison Kreisläufer Christian Wipf (27/vom Ligakonkurrenten HC Kriens-Luzern), der deutsche Linksaufbauer Dennis Krause (31/spielte zuletzt in Dubai), Henry Martinez (33/von HV Herzogenbuchsee) und Linkshänder Kevin Langhein (24/von ATV Basel-Stadt). Martinez und Langhein hatten schon in früheren Zeiten das RTV-Dress getragen.

Krause soll Lücke schliessen

Wipf (185 Zentimeter gross) erwies sich in der bisherigen Vorbereitung als starker, zäher Abwehrspieler und bildet in der Offensive eine interessante Alternative zum RTV-Stammkreisläufer Dick Hylkén. Krause (203 Zentimeter) spielte zwischen 2007 und 2014 in der Deutschen Bundesliga für Magdeburg, Gummersbach und Wetzlar und anschliessend bis 2016 in Dubai.

Er soll jene Lücke schliessen, welche sich im linken RTV-Aufbau durch den Rücktritt von Goepfert aufgetan hat. Noch weist Krause aber einen gewissen Rückstand bezüglich Spielpraxis auf. Speziell im letzten Vorbereitungsspiel vor Wochenfrist gegen den Ligakonkurrenten St. Otmar St. Gallen (30:29-Sieg) liess Krause sein enormes Potenzial aufblitzen und war der Mann für die entscheidenden Tore.

Zudem hat mit den erwähnten Zuzügen die RTV-Abwehr zusätzlich an Stärke gewonnen. Ausserdem übernahm der RTV von der HSG Nordwest definitiv Ariel Attenhofer und Gian Attenhofer sowie die jungen Torhüter David Pfister (von HSC Suhr Aarau) und Dennis Wipf (von der HSG Leimental/HSG Nordwest). All diese Spieler sind riesige Versprechen für die Zukunft und passen hervorragend zur RTV-Nachwuchsstrategie.

Ligaerhalt als primäres Ziel

Das Gerüst der stets kampfstarken Mannschaft bilden weiterhin die Routiniers wie der unverwüstliche Captain Igor Stamenov (39), der enorm routinierte rumänische Rechtsaufbauer Rares Jurca (35), Kreisläufer Dick Hylkén (26), Spielmacher Tibor Jurjevic (30) oder der litauische Nationaltorhüter Aistis Pažemeckas.

Der Mix aus Routiniers und den Eigengewächsen Maurus Basler, Basil Berger oder Yannick Ebi, kumuliert mit dem Aufstiegsschwung, der verschworenen Einheit sowie dem einzigartigen Teamgeist könnten am Ende durchaus den Ausschlag geben für eine erfolgreiche Saison der RTV-Handballer.

Dabei stellt der Ligaerhalt in diesem Jahr eins nach dem Wiederaufstieg das primäre Ziel dar. Offizielles Saisonziel ist das Erreichen eines Ranges im «vorderen Sechstel», wie es der Vorstand etwas kryptisch definiert.

Zentral richtungsweisend für den weiteren Saisonverlauf dürfte der Ausgang der ersten Spiele sein. Der Spielplan will es so, dass der RTV in den ersten fünf Runden vier Heimspiele bestreiten kann. Nach der Auftaktpartie an diesem Sonntag gegen Gossau geht es bereits fünf Tage später (wiederum in der Rankhofhalle) gegen GC Amicitia Zürich, ehe danach nominell eher stärkere Gegner warten. (bz/mst)