Nicht einmal drei Minuten braucht der FC Basel an diesem Abend, um zu verhindern, dass auch nur der allerkleinste Zweifel aufkommen kann. Zweifel, dass der FCB heute nicht mindestens einen Punkt holt und sich damit den Titel sichert. Denn ein Punkt hätte gereicht, damit YB den FCB auch rechnerisch nicht mehr einholen kann.

Aber der FCB sicherte sich diese historische Meisterschaft standesgemäss mit einem Sieg. Eine gute Spieauslösung Marek Suchys auf Mohamed Eyounoussi und dessen Pass in die Tiefe af Seydou Doumbia reichen, um die komplette Luzerner Mannschaft ein erstes Mal aus dem Konzept zu bringen. Und Doumbia seinerseits stellt mit seinem 14. Tor im 19. Einsatz in der Super League dann schnell klar, dass der FCB an diesem Abend Meister wird.

Aus eigener Kraft. Und nicht auf dem Sofa. "Das ist unglaublich, wie das wieder einmal für uns gelaufen ist. Natürlich wäre es schön gewesen, den Titel schon letzte Woche zu holen. Aber dass wir gegen Vaduz nicht gewinnen konnten und den Titel nun nicht auf dem Sofa holen sondern auf dem Platz mit diesem Sieg, ist umso schöner. Ich bin einfach dankbar dafür", sagt Noch-Präsident Bernhard Heusler nach dem Spiel. Für ihn und für die gesamte Vereinsführung ist es der letzte Meistertitel. Und damit ein besonders emotionaler.

Keine Ablenkung mehr 

Gereicht hat für die frühzeitige Entscheidung an diesem Abend eine Leistung, die zwar nicht das ganze Können des neuen alten Meisters wiederspiegelt, die aber zeigt, dass der FCB eben doch auf den Punkt bereit sein kann, wenn er muss. Letzte Woche gegen Vaduz war das nicht so. Cheftrainer Urs Fischer meinte damals, die ganzen Wechsel in der Vereinsführung und auf dem Trainerposten hätten vielleicht doch ihre Spuren hinterlassen.

Nur haarscharf schrammten die Basler dort an einer Pleite vorbei. Davon liess sich die Mannschaft an diesem Freitagabend nichts mehr anmerken. Von der ersten Sekunde an waren die Basler wach und unheimlich präsent. Der FCB presste hoch, erzwang bei Luzern viele Ballverluste und liess dem Gastgeber lange wenig Raum, auch nur annähernd offensiv etwas zustande bringen zu können.

Nach einer guten halben Stunde wurden die Basler zwar undisziplinierter, Gefahr, diesen Sieg und den Titelgewinn zu vergeigen, kam jedoch nie auf. Zu harmlos war Luzern an diesem Abend über weite Strecken. Zu abgeklärt der FCB. 

Nach der Pause waren die Basler auch wieder stärker, wächer, präzsier. Und spätestens mit dem Traumtor Renato Steffens war dieses Spiel auch endgültig gelaufen. Wunderschön wie der FCB-Flügelspieler den Ball nach einem Foul an Geoffroy Serey Die an der halbrechten Strafraumgrenze erobert, ihn sich zurechtlegt und dann ins linke obere Eck schlenzt. Der Anschlusstreffer der Luzerner in den Schlussminuten kam zu spät und war eher der Tatsache geschuldet, dass die Basler mit dem Kopf schon am Feiern und auf dem Barfi waren. 

Rekord egalisiert 

So heisst es am Ende 2:1 für die Basler und ist es an diesem Abend, 363 Tage nach dem letzten vorzeitigen Titelgewinn, wieder soweit. Der FC Basel holt in der 30. Runde den achten Titel in Serie und den 20. Meistertitel der Vereinsgeschichte. Damit wird auch der bisherige Rekord aus der Saison 2011/2012 egalisiert, in der der FCB unter Heiko Vogel ebenfalls in der 30. Runde und damit so früh wie noch nie zuvor die Meisterschaft für sich entscheiden konnte.

«Es ist ein unglaublich schöner Moment, für mich und die ganze Mannschaft. Ich bin sehr stolz und es wurmt mich, diesen Verein im Sommer verlassen zu müssen. In diesem Moment bin ich aber einfach zufrieden damit, wie die Mannschaft auf das letzte Spiel reagiert hat. Der Auftritt heute war fantastisch», sagt ein gelöster Urs Fischer nach dem Spiel und kurz bevor er sich in Schutz bringen muss, weil er sich vor einer Bierdusche seiner Spieler retten will. 

Der Freitagabend ist aber nicht einfach nur der Abend, an dem der FCB den Titel holt, den er seit der ersten Sekunde dieser Meisterschaft schon fast im Trockenen hatte. Sondern es ist ein Meilenstein in der Vereinshistorie, auf den man so lange hingearbeitet hat.

Das Erreichen des zweiten Sternes. Dieser Marke, die bislang im Schweizer Clubfussball nur die Grasshoppers knacken konnten. Feiern konnten die Spieler und der Staff diesen glorreichen Moment ab Punkt 21.35 Uhr, als Schiedsrichter Fedayi San mit seinem Schlusspfiff den FC Basel auch offiziell zum Meister der Saison 2016/2017 kürte. 

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker von Julian Förnbacher: