Wer das Crossklinik Open in Basel gewinnen will, der muss hart arbeiten. So hart, wie bei keinem anderen Preisgeldturnier in der Schweiz: 99 Spieler haben sich für die Hauptkonkurrenz der Männer angemeldet.

Selbst die 16 gesetzten Spieler, die in der ersten Runde in den Genuss eines Freiloses kommen, müssen also sechs Matches gewinnen, wenn sie den Turniersieg ihr Eigen nennen wollen. Und das innerhalb von nur gerade drei Tagen.

Zwei Matches stehen also pro Tag auf dem Programm. Und spätestens ab der zweiten Runde dürfte es vorbei sein mit einfachen Siegen. Denn das Niveau ist auch in diesem Jahr sehr hoch. Umso erfreulicher, dass die Nummern eins und zwei der Setzliste aus der Schweiz kommen. Top gesetzt ist Titelverteidiger und Schweizer Meister Sandro Ehrat.

Der ehemalige Tennisprofi aus Schaffhausen ist derzeit die Nummer vier der Schweiz und damit besser klassiert als die meisten Spieler des aktuellen Schweizer Davis-Cup-Teams. Dasselbe gilt für die Turniernummer zwei Raphael Lustenberger. Der Innerschweizer ist die Nummer fünf des Landes.

Grosse Konkurrenz

Doch die Konkurrenz für Ehrat und Lustenberger ist gross: In Basel werden auch Lorenzo Frigerio (Italien) und Augustin Velotti (Argentinien) auflaufen. Letzterer war vor fünf Jahren bereits einmal die Nummer 166 der ATP-Weltrangliste.

Und auch hinter den Top vier lässt sich das Teilnehmerfeld sehen. «Die Dichte ist sehr hoch. Der sechzehnte und letzte Gesetzte ist Henry von der Schulenburg, die aktuelle Nummer 27 der Schweiz», so Kurt Schudel, der mit seinem Sohn Steven das Turnier organisiert.

Das gleiche Bild bei den Frauen: Dort ist die Ukrainerin Ganna Poznikhirenko top gesetzt. Die 24-Jährige ist als Weltnummer 267 die stärkste Spielerin des Turniers, gefolgt von Dalma Galfi aus Ungarn, die im WTA-Ranking genau einen Platz hinter Poznikhirenko geführt wird. Aus Schweizer Sicht dürfte Nina Stadler die besten Karten haben. Die Ostschweizerin, aktuell auf Rang 633 der Weltrangliste, hat das Turnier in Basel 2016 gewinnen können.

Besser als ein ATP-250er-Turnier

Einziger Wermutstropfen bei den Frauen: die Teilnehmerzahl. «Leider haben sich deutlich weniger Frauen angemeldet als im Vorjahr. Das ist schade, denn wir bieten unseren Spielern sehr viel.

Wir haben in diesem Jahr die medizinische Betreuung und den Bespannungsservice ausgebaut und die stärksten Spieler dürfen gratis in tollen Hotels mitten in der Stadt übernachten. Das sind Bedingungen, welche die Profis selbst bei ATP 250er Turnieren nicht antreffen», so Schudel.

Wer die Teilnehmerliste etwas genauer anschaut, dem fallen zwei weitere Namen auf, die man in der Tennisszene kennt. Einer davon ist derjenige von Romina Oprandi. Die 32-jährige Bernerin, die zu ihren besten Zeiten die Nummer 32 der Welt war, kehrt nach einer langen Verletzungspause auf den Tennisplatz zurück.

Ihren letzten Ernstkampf auf der WTA-Tour hat sie vor ziemlich genau einem Jahr – Anfang Mai 2017 – in Tunesien bestritten. «Ich freue mich extrem, dass sie nach ihrer langen Verletzungspause bei uns spielt», so Kurt Schudel.

Und auch auf den zweiten prominenten Teilnehmer freut sich der Organisator: Ronald Agénor, der 1987 im Final der Swiss Indoors gegen Yannick Noah verloren hatte. Der mittlerweile 53-Jährige spielt in diesem Jahr in der Kategorie R2/R6 mit, wo er in der ersten Runde auf einen mehr als 30 Jahre jüngeren Kontrahenten trifft.