Die Bilanz ist eindrücklich: Seit der Saison 2014/15 haben die B-Junioren des BSC Old Boys sieben von neun möglichen Regionalmeistertiteln (in Herbst und Frühling werden jeweils separate Meisterschaften ausgetragen, die Red.) gewonnen. «Das ist keineswegs selbstverständlich», findet Rafet Öztürk. Dem sportlichen Leiter des Vereins ist bewusst, «dass auf dieser Stufe wir diejenigen sind, die es zu schlagen gilt».

Der Anfang der Erfolgsserie fällt mit dem Zeitpunkt zusammen, als Öztürk bei den Gelb-Schwarzen ab Stufe D-Junioren Jahrgangsmannschaften eingeführt hat. Die Konflikte zwischen pubertierenden Knaben zweier Jahrgänge fallen somit weg, das Klima innerhalb eines Teams wird harmonischer. Ein weiterer Faktor ist, dass diverse OB-Junioren von der U12 bis zur U15 als potenzielle Talente die sogenannte Footeco-Ausbildung des Schweizerischen Fussballverbands absolvieren. Mehrere von ihnen schaffen dann den Sprung in die Nachwuchsabteilung des FC Basel – direkt, oder via U16 des FC Concordia. Der Rest kehrt zu OB zurück und bildet zusammen mit den bisherigen C-Junioren die neue B-Promotion-Equipe.

Gute Trainer nötig

Aus Leistungs- und Hobbyfussballern in einem schwierigen Alter ein funktionierendes Team zu formen, ist eine anspruchsvolle Aufgabe. «Da brauchst du gute Trainer», sagt Rafet Öztürk und meint unter anderem Cemal Akbulut, der zusammen mit Urs Dill für die B-Junioren in der Coca-Cola Junior League, der höchsten Leistungsstufe im regionalen Nachwuchsfussball, verantwortlich ist und die Herbstmeisterschaft mit dem Titelgewinn abgeschlossen hat.

Und was macht einen guten Trainer auf dieser Juniorenstufe aus? «Er muss ein Gespür für die Charaktere haben, wissen, wann man die Samthandschuhe anziehen und bei welcher Gelegenheit man etwas ruppiger werden muss», erzählt Akbulut. Der Oberbaselbieter ist Wirtschaftsinformatiker. Dass er in seinen Schilderungen empathisch wie ein Pädagoge wirkt, führt er auf seine Vergangenheit zurück: «In diesem Alter war ich auch nicht gerade der Einfachste ...»

Hobbykicker und Leistungssportler

Diejenigen, die bisher auf der «Leistungsschiene» gefahren sind, brauchen zumeist Zuspruch. «Für sie ist es eine Art von Versagen, dass sie im Gegensatz zu ihren Kollegen nicht mehr beim FC Basel den Profitraum verfolgen können», erklärt Cemal Akbulut. Für die Hobbykicker dagegen ist es kein Problem, wenn auch mal ein Training ausfällt. Um diese beiden Welten zu vereinen, muss man wissen, wie beide Seiten «ticken». Darauf wird bei den Old Boys besonderes geachtet. Akbulut beispielsweise war während seiner achtjährigen Laufbahn zunächst im Nachwuchs seines Stammklubs FC Frenkendorf tätig, ehe er als Co-Trainer bei der U15 von OB die andere Seite kennenlernte. «Es gibt Fussball und es gibt Fussball», sagt Sportchef Öztürk salopp.

Dass das OB-Modell eine Stufe höher, in der Coca-Cola Junior League A, auf den ersten Blick nicht so erfolgreich ist, täuscht. Denn mehrere Spieler aus der ersten (1. Liga) und fast alle aus der zweiten Mannschaft (2. Liga regional) könnten vom Alter her noch bei den A-Junioren kicken. «Wir bilden halt Spieler für den Aktivfussball aus und nicht, um im Nachwuchs Titel zu sammeln», so Rafet Öztürk.