Man hatte es in Birsfelder Insiderkreisen gemunkelt, ja gehofft: Joël Fuchs (28), zehn Jah­re lang loyaler Spieler und in den letzten Jahren als Teamcaptain Integrations- und Sym­bolfigur, ist wieder aktiver Bestandteil des Birstaler Kombinats, nachdem der Zürcher im Sommer – auch nicht ganz überraschend – seinen Rücktritt gegeben hatte.

Ein erfolgreich beendete Ius-Studium und eine verantwortungsvolle Arbeitsstelle hatten dazu geführt, dass sich der begnadete Werfer nicht mehr genügend motivieren konnte, seine 10. Spielzeit in der Nationalliga im gelb-blauen Dress in Angriff zu nehmen.

Und dann konstatierte man im «Stedtli», wo erstmals ein Basket-Match der Nationalliga A ausgetragen wurde, beim Einlaufen, dass «Joël sich einspielt. Gott sei Dank», so ein treuer Anhänger, der die Dislokation von Birsfelden nach Liestal mitgemacht hatte. Und es ver­gingen nur sieben Minuten und 36 Sekunden, als Fuchs, zusammen mit Björn Schoo, zum Einsatz kam. Und danach das Spielfeld kam noch verliess.

Bei seiner Spezialität, den Dreipunktewürfen, konnte der ex-Captain noch nicht glänzen (vier erfolglose Versuche), aber ansonsten war alleine seine Präsenz, seine Spielintelligenz und das Erfassen von Spielsituationen Gold wert. Und weil Alexis Herrmann weiterhin (lange?) ausfällt, hat Star­wings-Cheftrainer Roland Pavloski nun einen Mann mehr, der ihm Gewähr für gute Bas­ket-Kost bietet – und die inexistente Rotation fördert.

Ausfall von Kostic...

War das erste Viertel schon flott und rassig, wo verkamen die zweiten zehn Minuten zu ei­nem Spektakel. Alleine das Teilzeitskore von 36:28 zeigt, dass hüben wie drüben geworfen und getroffen wurde, wobei der Gastgeber dies eine Spur besser und präziser machte. Aber es gab doch einen Wermutstropfen, der zu grossen Sorgen Anlass gibt.

Joel Fuchs beim Korbleger

Joel Fuchs beim Korbleger

Branislav Kostic, der bis dato eine 100-prozentige Wurfquote (von der Freiwurflinie, bei den Zweiern und Dreiern) gehabt hatte, erlitt eine Schulterverletzung, die ernsterer Natur erscheint. Nach Alexis Herrmann wäre dies ein gewichtiger Ausfall und würde die personelle Situati­on bei den Starwings ins Dramatische steigern. Denn das Comeback von Fuchs könnte sich auf die Partie in Liestal, oder einzelne «Heimspiele», beschränken.

… und grosses Nervenflattern

Der Ausfall von Kostic und die Foulprobleme von Petar Babic führten dazu, dass im Auf­bauspiel der Unterbaselbieter viel Getriebe kam. Und «Winti» wurde in der zweiten Halbzeit immer stärker und Alex Welsh, ein smarter Werfer, wurde seinem Ruf, der vielleicht beste Skorer der Nationalliga A zu sein, immer mehr gerecht. Und als es nach 36 Minuten nur noch 83:79 stand, steigerte sich die Nervosität, und vielleicht auch die «Angst vor dem Sie­gen», immer mehr.

In dieser Phase waren Brunelle Tutonda (der Schwerer leicht und Leichtes schwer macht…), Fuchs (da kam seine Erfahrung zum Zuge) sowie Nemanja Ca­lasan (der 34-jährige Serbe zeigte eine komplette Partie) Gold wert. Und mit vereinten Kräften, und dem lautstarken Support eines begeisterungsfühigen Publikums, schaukelten die Starwings in der Baselbieter Hauptstadt den Erfolg nach Hause.

Nun im «Glaibasel»

Zeit, um sich über den harterkämpften Erfolg zu freuen, bleibt kaum. Bereits am Samstag steht das nächste Heimspiel an. Dieses wird im «minderen Basel», genauer im Kleinbasel, in der Heimhalle (Dreirosen) des Erstligisten BC Bären ausgetragen. Gegner ist der BBC Monthey – ein auf dem Papier übermächtiger Rivale.

Joël Fuchs

Joël Fuchs

Doch die Walliser, die seit Jahren mit dem Verband in «Turbulenzen» stecken, mussten diese Woche eine Hiobsbotschaft erfah­ren. Ihr Sieg gegen SAM Massagno wurde in eine Forfaitniederlage umgewandelt, da der ex-Meister zwei Amerikaner einsetzte, die keine Aufenthaltsbewilligung hatten…

Statt zehn Punkte hat Monthey, nach einem Zwei-Zähler-Strafabzug, nur noch sechs Pünktlein. Genau gleich viele wie die Starwings, die Platz 8 (Pully Lausanne und Luzern haben je zehn Punkte) wieder im Visier haben. Allerdings ist zu befürchten, dass samstags die «Wings» ohne Kostic auskommen müssen – damit wären sie personell wieder gleich weit wie in den letzten Wochen.

Somit muss Trainer Pavloski und die Klubleitung ihren ex-Captain Fuchs, der mit der Nummer 9 spielte (die legendäre Nummer 7 trägt Babic), über­zeugen, dass er die Dislokation ins «Glaibasel» mitmacht, damit wenigstens ein taugliches Nationalliga-A-Quintett auflaufen kann.