1. Es braucht dringend einen Dialog

Gegen St. Gallen boykottierte die Muttenzerkurve die erste Halbzeit und liess einen verwaisten Sektor zurück, in dem lediglich unterschiedliche Banner aufgehängt wurden. Zum dritten Mal in der Ära Bernhard Burgener protestieren die FCB-Fans gegen die Entscheidungen der Chefetage. Investitionen in E-Sports, der Einsatz von Influenzern (unter anderem von Bachelorette Adela Smajic) und jetzt der Deal mit den Indern stossen den Fans übel auf.

Sie protestieren meistens mit Bannern im Stadion oder vor dem Haupteingang, einmal aber auch mit Farbe an der Geschäftsstelle. Beim Auswärtsspiel in Bern provozierten beide Fanlager sogar einen Spielunterbruch, weil Gamecontroller und Tennisbälle aufs Spielfeld flogen. Jetzt forderten die FCB-Fans auf einem ihrer Banner, es sei höchste Zeit, eine Debatte über die Zukunft vom FCB zu führen. Diesen Dialog sollten Burgener und FCB-CEO Bernhard Heri schnellstmöglichst suchen. Denn am Ende sind - wie auch Captain Fabian Frei es nach dem 1:1 gegen St. Gallen treffend formulierte - die Spieler die Leidtragenden.

2. GC war nicht der Gradmesser

St. Gallen hat gezeigt, was viele bereits vor dem Spiel vermuteten: In der Super League gibt es deutlich bessere Gegner als GC. Das 4:0 zum Rückrundenauftakt darf nicht als Gradmesser gelten. Sobald ein Team defensiv kompakt steht, wie das St. Gallen in der zweiten Halbzeit machte, hat der FCB Probleme. Dann fehlt es an spielerischen Lösungen zu finden. Und auch die FCB-Defensive ist, wenn sie denn gefordert wird, nicht immer sattelfest.

Kommenden Sonntag kommt der FC Sion ins Joggeli. Die Walliser spielten nach der Spielabsage vom Rückrundenauftakt jetzt 2:2 gegen Lugano. Nach diesem Spiel dürften wir etwas besser wissen, wo der FC Basel im Frühjahr 2019 steht.

3. Die Chancenverwertung entscheidet die Spiele

Hätte, hätte, Fahrradkette. Hätte Ricky van Wolfswinkel seinen Elfmeter verwandelt oder Luca Zuffi den Kopfball nicht so zaghaft in die Tormitte geköpft: Es wäre wohl ein einfacheres Spiel geworden. Doch weil zu den vergebenen Grosschancen auch noch Pfostenpech hinzukam, traf der FCB erst in der Nachspielzeit. 

Super League: 20. Runde, FC Basel - FC St. Gallen, 91. Minute, Samuele Campos Tor zum 1:1

Samuele Campos Tor zum 1:1

    

Weil St. Gallen ähnlich schlampig mit seinen vielen Möglichkeiten umging, resultierte am Ende ein leistungsgerechtes Unentschieden. Doch beide Teams sollten in dieser Woche an der Chancenverwertung arbeiten.

Der FCB muss ausserdem dringend Penaltys trainieren. Van Wolfswinkel verschoss bereits den dritten von sechs Elfmetern für Rotblau und auch Fabian Frei scheiterte in dieser Saison bereits gegen GC vom Punkt. Der FCB ist damit in dieser Spielzeit noch ohne Penaltygoal.

Die Noten zum Spiel: