Es war ein 0:0 der wenig attraktiven Sorte, das die Zuschauer im Leichtathletikstadion St. Jakob geboten bekamen. Während sich Strafraumsituationen im Rahmen hielten, hatten Fouls und Unterbrüche im Match zwischen dem FC Basel U21 und dem FC Bavois Hochkonjunktur.

Arjan Peço fand immerhin, dass seine Truppe nach dem Seitenwechsel einen „guten Rhythmus angeschlagen und viel versucht hat“. Für die ersten 45 Minuten hatte der Basler Trainer dagegen keine netten Worte übrig: „Wir haben die erste Halbzeit verpennt!“

Im Offensivspiel fanden die Rotblauen keine Lösungen, zudem wurde der Ball zu schnell wieder an den Gegner abgetreten. Dieser hatte ein leichtes Chancenplus, vermochte aber trotz seiner körperlichen Überlegenheit auch nach Cornern nicht wirklich gefährlich zu werden. Diese Kritik mussten sich auch die Rotblauen von ihrem Trainer gefallen lassen: „Unsere Standards heute waren schwach!“

Die einzige echte Torchance für den FCB vom Rheinknie hatte Tician Tushi in der 58. Minute. Nach einer Hereingabe von Dejan Zunic entledigte er sich zwar seines Gegenspielers, scheiterte aber am gut reagierenden Enrico Robin. Während die eine Null Arjan Peço wurmte („Momentan sind wir zu wenig torgefährlich ...“), gab es für die andere ein Kompliment: „Defensiv stehen wir derzeit wirklich gut!“

Old Boys überraschen

Die richtige Null stand auch eine Liga tiefer bei den Old Boys. Die Gelbschwarzen sorgten mit dem 3:0-Heimerfolg gegen Aufstiegsaspirant Biel für eine der Überraschungen des Spieltages. Dabei war es nicht nur das Resultat, sondern auch die Art und Weise, die dafür sorgte, dass sich der eine oder andere im Stadion Schützenmatte verwundert die Augen rieb.

Die Mannschaft, die mit den ersten beiden Chancen in Führung ging und danach den Match souverän heimbrachte, war in der Tat der abstiegsgefährdete BSC Old Boys. Erstmals in einem 3-4-3 angetreten, brauchte der Aussenseiter zwar eine Viertelstunde, um den Schwung der Seeländer zu bremsen, doch spätestens nach dem 2:0 durch Rückkehrer Onur Akbulut (34.) hatte das Heimteam alles im Griff. OB-Trainer Aziz Sayilir erlebte einen angenehmen Nachmittag und musste sich praktisch nie von der Bank erheben.

Gute Transferpolitik

Neben dem Systemwechsel hatte Sayilir auch die Spielanlage geändert. Weil man man mit gepflegtem Ballbesitzfussball zwar stets gut ausgesehen hatte, die Resultate aber oft negativ gewesen waren, überliess man nun den Bielern das Spielgerät – meistens in einer Zone, in der sie nicht gefährlich werden konnten. „Wenn es nicht läuft, sucht man Wege, etwas zu ändern“, nannte der Trainer den Grund für das „andere OB“.

Nachdem Valentin Mbarga, der per Kopf zum 1:0 getroffen hatte (22.), in der 70. Minute im Sechzehner gefoult worden war, besorgte Valon Muslija vom Elfmeterpunkt den verdienten 3:0-Endstand. Damit haben in der Rückrunde nur Neuzugänge für Gelbschwarz getroffen, was für eine gute Transferpolitik spricht. „Wir sind nicht mehr die Mannschaft, die wir in der Vorrunde waren“, so Aziz Sayilir.

Black Stars mit Niederlage

Die Niederlage der Bieler dürfte man beim FC Black Stars mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen haben, denn auch die Basler verbuchten an diesem Wochenende überraschend einen „Nuller“. Im Auswätsspiel beim SC Goldau sprachen am Ende alle Statistiken – Ballbesitz, Torschüsse, Cornerverhältnis – für die Gäste, doch der Underdog aus dem Kanton Schwyz war beim 3:2-Sieg die effizientere Equipe.

In den ersten beiden Rückrundenspielen gegen Abstiegskandidaten haben die Black Stars fünf Tore kassiert – zu viel für ein Spitzenteam. Die Null sollte schnellstmöglich wieder stehen, denn am nächsten Samstag gastiert Leader Solothurn im Buschweilerhof.