Bis zur 5. und letzten Nachspielminute suchten der FC Breitenrain und der FC Basel U21 den Weg nach vorne. Obwohl keinem Team mehr ein Treffer gelang, war diese letzte Phase beispielhaft für diese gute Promotion-League-Partie, in der beide FCBs nicht der falsche Sieger gewesen wären.

«Das Remis ist das korrekte Ergebnis», fand auch Arjan Peço. Das einzige, was den Gästetrainer wurmte, war, dass seine Equipe den Ausgleich relativ spät kassiert hatte. «Der Gegentreffer war vermeidbar, es war eine ärgerliche Verkettung von Fehlern.» Tatsächlich gingen die Gäste in der 85. Minute mehrfach etwas zögerlich zu Werke, was Enes Ciftci mit dem 1:1 bestrafte.

«Eine andere Mannschaft als in der Vorrunde»

Beide Mannschaften hatten Perioden, in denen Feldvorteile und Chancenplus auf ihrer Seite lagen. Vor dem Seitenwechsel war es der Berner Quartierclub, der den etwas besseren Eindruck machte, und mehrfach die Führung verpasste. Beispielsweise in der 43. Minute, als Gästeverteidiger Bastien Conus per Bruce-Lee-Sprung für seinen geschlagenen Goalie Jozef Pukaj das «sichere» 1:0 durch Gezim Shalaj verhinderte.

Im zweiten Durchgang übernahm dann der Basler Nachwuchs vermehrt das Zepter und ging während einer Druckperiode eine Viertelstunde vor Schluss in Führung: Breitenrain-Keeper Felix Hornung konnte einen Schuss Dejan Zunics nur nach vorne abklatschen lassen, was Robin Huser per Abstauber zum 1:0 nutzte.

Trotz der verpassten drei Punkte überwog bei Arjan Peço am Ende das Positive: «Wir sind bei einem starken Gegner sehr solide und geduldig aufgetreten.» Die ersten 95 Minuten im neuen Kalenderjahr genügten dem Trainer für die Feststellung: «Wir sind jetzt eine andere Mannschaft als in der Vorrunde!»

Old Boys spielen gut, verlieren aber trotzdem

Rein personell ist auch der BSC Old Boys 2019 eine andere Mannschaft. Zum Rückrundenauftakt in der 1. Liga bei der SR Delémont standen gleich fünf Winterneuzugänge in der Startelf. Dennoch wirkten die Gäste homogen. «Spielerisch und kämpferisch waren wir besser als die Jurassier», sagte Aziz Sayilir. Dass der OB-Trainer dennoch eine 2:5-Niederlage zu beklagen hatte, lag vor allem daran, dass die Basler zu viele vermeidbare Fehler machten.

War der Führungstreffer der Delsberger noch glückhaft gewesen – nach einem Corner flipperte der Ball zum freistehenden Emmanuel Mast (15.) –, liessen sich die Old Boys bei den Toren zum 0:2 (31.) und 2:3 (45.) zweimal naiv auskontern. Besonders der Gegentreffer 30 Sekunden vor der Halbzeit war ärgerlich gewesen, weil man kurz zuvor per Doppelschlag durch Valon Muslija (41.) und Valentin Mbarga (43.) ausgeglichen hatte. 

Nach der Pause dominierten die Gäste, teilweise spielte sich das Geschehen gänzlich in der Delémont-Hälfte ab. Doch vorne wurde der Ausgleich verpasst und hinten patzerte man bei OB weiter. Zwei weitere vermeidbare Gegentore («Rückpass» zum Gegner und trotz personeller Überzahl ausgekontert) rundeten den gebrauchten Nachmittag der Basler ab. «Unser Auftritt war positiv, doch die individuellen Fehler müssen wir schleunigst abstellen», lauteten Aziz Sayilirs Erkenntnisse.

Black Stars: Zwei Mal hinten, am Schluss vorne

Der FC Black Stars holte derweil bei seinem Gastspiel in Bassecourt die maximale Punktzahl. Zwar liess man gegen den Tabellenletzten zu viele Chancen zu, doch das Team von Samir Tabakovic machte zweimal einen Rückstand wett und siegte am Ende verdient mit 4:2. Und damit erinnerten die Basler nicht nur personell an die gleiche Mannschaft, die sich im Verlauf der Vorrunde zu einem Spitzenteam entwickelt hatte. Der Kurs in Richtung Aufstiegsspiele ist jedenfalls eingeschlagen.