Fabian Frei, trotz neuem Trainer gewinnt der FCB gegen den Aufsteiger nicht. Wie beurteilen Sie das?

Fabian Frei: Für uns ist ein 1:1 gegen Xamax zu wenig. Da muss mehr herausschauen.

Es ist eine schwierige Phase für den FCB. Wie kann man das abstellen?

So blöd es klingt: Man muss einfach weitermachen, dranbleiben und viel investieren. Ich glaube, man kann im Spiel gegen Xamax niemandem einen Vorwurf machen. Wir waren von Anfang an bereit. Das war in den vergangenen Spielen nicht wirklich der Fall.

Woran lag es, dass das Team bereit war und zuvor nicht?

Boah, Zufall. Nein, es gibt halt Tage, da kommt man gut ins Spiel, da gewinnt man den ersten Zweikampf, da gelingt dir ein Ball, der dir sonst nicht gelingt. Es kann damit zu tun haben, dass Alex Frei uns vor dem Spiel so richtig heissgemacht hat. St. Gallen hat schon nach acht Sekunden auf unser Tor geschossen. Ein komplett anderes Gefühl.

Fabian Frei: «Alex hat uns richtig heissgemacht»

Fabian Frei: "Alex hat uns richtig heissgemacht!"

Fabian Frei spricht über das Trainerdebüt von Ex-FCB- und -Nati-Star Alex Frei in der Super League.

Alex Frei hat Sie also anders eingestimmt als Raphael Wicky?

Alex ist emotionaler und lauter. Vielleicht braucht diese Mannschaft das: Einen Trainer, der uns vor dem Spiel noch einmal richtig aufweckt und, dass wir bereit sind. Aber es wäre von Raphi nicht authentisch gewesen, wenn er gross herumgeschrien hätte. Eigentlich sollte es keine Rolle spielen, was der Trainer vor dem Spiel sagt, man müsste bereit sein, wenn der Schiedsrichter anpfeift.

Was hat Alex Frei dem Team mit auf den Weg gegeben vor diesem so wichtigen Spiel gegen Xamax?

Dass wir gut sind, an uns glauben sollen. Da hat er absolut recht. Die Qualität in der Mannschaft ist da. Das hat man auch gegen Xamax über weite Strecken gesehen.
Sie kennen sich lange.

Wie ist Alex als Trainer?

Ich habe immer zu ihm hochgeschaut. Er war ein Vorbild. Er ist der Chef. Früher auf dem Platz – heute an der Linie. Natürlich ist es ungewohnt, seine Sprüche jetzt als Trainer zu hören.

Was sagen Sie zur Entlassung von Raphael Wicky?

Die tut menschlich weh. Man hat viel Zeit zusammen verbracht und dann sieht man sich plötzlich nicht mehr. Einen Teil der Schuld trägt die Mannschaft. Der Zeitpunkt der Entlassung war für uns überraschend, da wir am Morgen noch zusammen trainiert haben – und am Nachmittag ist er nicht mehr Trainer. Es gab schon Entlassungen, die mich mehr überrascht haben.

Wie haben Sie davon erfahren?

Der Mannschaftsrat wurde am Donnerstag auf die Geschäftsstelle gebeten und über die Freistellung informiert. Natürlich haben wir auch noch in der Kabine darüber gesprochen. 99 Prozent finden so eine Entlassung schade. Egal, ob der Trainer auf dich setzt oder nicht.