Das 0:1 gegen Lugano war ein Schock für die Basler Meisterträume. Nach einem vom Erfolg gezeichneten Spätherbst landeten die FCB-Stars im ersten Spiel nach der Winterpause auf dem harten Boden der Realität. «Die erste halbe Stunde waren wir bezüglich Einstellung, Zweikämpfen und Hunger unterlegen. Das hatte nichts mit Taktik zu tun, sondern mit welcher Einstellung wir in das Spiel gehen. Und das darf nicht sein, das habe ich mehrfach angesprochen. Das hat mich gestört», sagt Raphael Wicky fünf Tage nach dem missratenen Auftakt.

Und: «Wir müssen mindestens mit dem gleichen Siegeshunger in ein Spiel wie unser Gegner. Gerade gegen Thun. Das ist eine Mannschaft mit extremem Teamgeist. Wenn wir das Gefühl haben, wir können ein bisschen kicken, dann wird's extrem schwierig.»

Denn im Gegensatz zum FCB hat der FC Thun im ersten Spiel überrascht, gewann gegen den FCZ auswärts mit 4:2. Doch Wicky ist zuversichtlich, dass es sich beim 0:1 gegen Lugano um einen einmaligen Ausrutscher handelt. Er habe dem Team klar und deutlich gesagt, was er vom verschlafenen Start hält. Und was besser werden muss.

Trotz der leisen Enttäuschung will er nicht alles auf den Kopf stellen. Das hat er in der schwierigen Phase letzten September gelernt. An die Basis erinnern, aber die Prinzipien nicht über den Haufen werfen – so das Rezept damals und heute. Die Basis, das sind Teamgeist, Zweikampf und laufen. 

Zuffi ist zurück im Teamtraining

Das weiss jedes Kind. Und trotzdem müsse er als Trainer halt immer wieder auf Ähnliches zu sprechen kommen, so Wicky. «Deswegen bin ich nicht böse. Es ist Teil meines Jobs, dass ich immer wieder auch Dinge ansprechen muss, die eigentlich klar sein sollten», präzisiert der Walliser. Und: «Ich habe immer gesagt, die Saison ist lang. Mir war klar, dass es nicht einfache vier Monate würden. Denn Rückschläge kann es jederzeit geben. Das gehört zu diesem Spiel.»

Trotz der Niederlage sei die Stimmung im Training unter der Woche nicht allzu schlecht gewesen. Wicky: «Klar, es verliert niemand gerne, aber es war jetzt auch nicht so, dass jetzt alle zu Tode betrübt waren.» Zu den Spielern im Training gehörte diese Woche auch erstmals wieder Luca Zuffi. Der Mittelfeldspieler liess sich in der Winterpause ein Überbein am Fuss entfernen und fiel danach wochenlang aus. Das Spiel gegen Thun komme für ihn noch zu früh, aber schon gegen Manchester City könnte Zuffi allenfalls wieder zur Verfügung stehen, liess Wicky durchblicken. Entscheiden will er sich nach dem so wichtigen Spiel gegen Thun. 

Was plant Wicky mit Lacroix?

Bezüglich einer anderen Personalie liess er sich weniger entlocken: Léo Lacroix. Wird er ihn am Dienstag gegen Manchester City bringen und mit Dreier-Abwehr spielen lassen? Muss er dann nicht wenigstens einmal in der Startelf gestanden haben? Testet er die Dreier-Abwehr gegen Thun? Wicky: «Ich denke momentan nur an Thun. Und da lasse ich mich nicht vom Spiel am Dienstag gegen Manchester City beeinflussen. Nur so viel: Léo hat den Rhythmus. Er war mit St. Etienne im Trainingslager, hat auch schon ein paar Spiele gemacht dieses Jahr. Logisch, er ist noch nicht so lange bei uns, aber Kopfzerbrechen bereitet mir das nicht.»