Herr Streller, wie ist Ihre Gemütslage?

Marco Streller: Wir waren eigentlich schon kaputt und dann hat Albian Ajeti das 2:1 gemacht. Mit dem Resultat kann ich leben. Paok hat aus ihren Möglichkeiten sehr viel gemacht. Wir haben definitiv Luft nach oben, das ist klar.

Wir haben zwei Riesen-Chancen in der ersten Halbzeit – international muss so einer einfach mal drin sein. Wir wussten, dass wir nicht dort hin kommen und die einfach weg hauen würden. Da muss man realistisch sein. Dafür sind wir genug lange dabei.

Wie bedeutend war das Anschlusstor?

Das war wirklich sehr wichtig. Somit ist im Rückspiel noch alles möglich. Aber Fakt ist auch, dass wir das fünfte Spiel hintereinander verloren haben, wenn man die Testspiele mitzählt. Testspiele darf man nicht überbewerten, aber sie haben dennoch eine gewisse Aussagekraft. Wir müssen schleunigst wieder auf die Erfolgsspur zurückkommen.

Kommen erste Zweifel auf, wenn man diese Niederlagenserie betrachtet?

Es ist nicht förderlich für das Selbstvertrauen, absolut nicht. Aber wenn man beginnt zu jammern, dann hat man sowieso verloren. Aber dieser Spielverlauf... In dem Moment, als ich dachte, dass wir das Spiel im Griff haben, kommt dieser Sonntagsschuss zum 1:0. Aber wenn man in beiden Spielen (Saisonauftakt gegen St. Gallen und Spiel gegen Paok, Anm.d. Red) sagen muss, dass der Goalie unser bester Mann auf dem Platz gewesen ist, dann spricht das auch nicht unbedingt für uns. Um auf die Frage zurückzukommen: Zweifel sind es nicht, aber es ist schon so, dass wir beginnen müssen, zu gewinnen.

Wie sehr ärgert es Sie, dass der FCB in einem solch bedeutenden Spiel ohne Rechtsverteidiger antreten muss?

Es zeigt die momentane Situation etwas auf, dass ausgerechnet auch noch Raoul Petretta verletzt raus musste. Man muss aber auch fairerweise sagen, dass Yves Kaiser das hervorragend gemacht hat. Es hat nicht an ihm gelegen. Wie er in solch einem wichtigen Spiel reingefunden hat, hat mich sehr gefreut. Er hat diese Position fast noch nie gespielt und hat das wirklich gut gemacht. Aber es ärgert mich natürlich, dass auf dieser Position so viel gegen uns gelaufen ist. Wir haben darüber geredet und machen uns definitiv Gedanken, ob wir da noch handeln müssen.

Was war in Ihren Augen positiv im Spiel gegen Paok?

Wenn man verliert, ist das immer schwierig. Ich will keine Niederlagen schönreden. Es war ein Hexenkessel und wir waren relativ unbeeindruckt. Abgesehen vom Sonntagsschuss hatten sie in der ersten Halbzeit kaum Chancen. Wir haben zwei Hochkaräter, wovon einer rein muss. Dann hast du dein Auswärtstor, das wir am Schluss ja doch noch gemacht haben. Jetzt haben wir ein Heimspiel und können wirklich noch weiterkommen. Das ist das Positive. Und, dass Jonas Omlin, der in den Testspielen den einen oder anderen Wackler drin hatte, jetzt unglaublich stabil ist.