Am Samstag ist es soweit, Marcel Koller wird in St. Gallen wieder an der Linie sitzen. 18 Jahre nach dem er die Ostschweizer 2000 zum zweiten Meistertitel der Vereinsgeschichte führte (der erste datiert von 1904). Vieles hat sich in dieser Zeit verändert. Smartphone und Tablets gab es damals höchstens in den Vorstellungen kühner Zukunftsforscher. Und auch der Sport, der Fussball, hat sich gewandelt, ist schneller geworden, physischer, intensiver.

Marcel Koller ist in dieser Zeit nicht nur älter geworden und reicher an Erfahrung. Er hat auch das eine oder andere Mal mit der Führung der Ostschweizer Kontakt gehabt, Gespräche geführt. Zu einem Engagement aber kam es nie. Und so kehrt er am Samstag als FCB-Trainer zurück an jenen Ort, wo er eine der grösseren Geschichten des Schweizer Klubfussballs der letzten Jahrzehnte schrieb.

Der Kybunpark ist Neuland

«Es ist unheimlich lange her. Aber natürlich sind die Erinnerungen noch da, das waren drei wunderschöne Jahre, die ich damals noch im Espenmoos erleben durfte. Ich freue mich immer wieder nach St. Gallen zurückzukehren», sagt Koller vor dem Spiel gegen den FC St. Gallen. Zurückgekehrt ist er auch in all den Jahren im Ausland immer wieder. Als Trainer von Österreichs Nationalmannschaft legte er öfter mal einen Zwischenstopp in der Ostschweiz ein, wenn er in die Heimat kam.

Und trotzdem wird es für ihn eine Premiere. Noch nie war er als Trainer im Kybunpark auf der Bank. Zwar hat er schon das eine oder andere Spiel in der neuen Spielstätte der St. Galler gesehen, auch in den Genuss einer Bratwurst kam er im Kybunpark schon. Aber eben, ein Spiel als Trainer hat er dort noch nie gemacht. 

Eine offene Rechnung

Dabei hat der FC Basel mit den Ostschweizern noch eine Rechnung offen. Eigentlich wollte man den Status als Heimmacht zurückgewinnen. Dann kam St. Gallen zum Saisonauftakt ins Joggeli und machte dem FCB einen dicken Strich durch die Rechnung, gewann mit 2:1 und schon rutschten die Basler erneut in die Krise. «Sie haben gut gespielt damals, aggressiv», erinnert sich Koller. Er rechnet damit, dass die Ostschweizer vor eigenem Publikum sogar noch einen draufsetzen wollen. «Sie werden versuchen offensiv zu spielen, mit positiven Aktionen die Stimmung anzuheizen. Darauf müssen wir gefasst sein.»

Denn Koller will mit seinem Team endlich den ersten Auswärtssieg feiern. Da spielt es keine Rolle, dass man auf die Mannschaft trifft, die er einst so sensationell zum Meistertitel führte. Denn das ist passé, Geschichte, längst vorbei. Gegenwärtig zählt für ihn nur der FCB und der muss endlich eine Siegesserie starten, wenn er sein ramponiertes Image wieder aufpolieren will.