Zuvor mussten die Ü40 Senioren des SV Muttenz erkennen, dass wenn die Tagesform nicht stimmt, Endspiele bei 30 Grad nicht mehr über den Kampf gewonnen werden können. Sie mussten sich dem FC Lugano 1:4 geschlagen geben.

Der FC Entlebuch kam mit zahlreichen lautstarken Fans an das äussere Ende der Westschweiz. Das Interesse der Kids galt schon beim Eintreffen der Dornacher nur noch den ex-Nationalspielern Frei, Streller und Benjamin Huggel.

SCD-Spielertrainer Fabian Dreier sagte jedoch vor dem Spiel erneut, dass man zwar froh sei, diese drei im Team zu haben, aber «alleine können sie es nicht schaffen. Wir müssen als Team alles geben, um den Kübel nach Dornach zu holen.» Genau so kam es.

Kalter Schauer trotz 30 Grad

Das Spiel begann für die Dornacher genauso, wie sie es sich nicht vorstellen konnten. Zwei Ballverluste und zweimal entwischte Michael Mahler und brachte Entlebuch in der achten und zehnten Minute in Führung. Für einen kurzen Moment liessen die Solothurner die Köpfe hängen und bei den gegnerischen Fans – es gab auch ein paar aus dem Schwarzbubenland - brach Begeisterung aus.

Chancenloser Torwart: der Anschlusstreffer von Alex Frei auf den Freistoss.

Chancenloser Torwart: der Anschlusstreffer von Alex Frei auf den Freistoss.

Doch dann ging der frühere Top-Angriff des FC Basel voran. Alex Frei zirkelte einen Freistoss in der 22. Minute ins Tor und zehn Minuten später entlud Marco Streller seinen Frust, der sich nach einer vergebenen Chance kurz zuvor aufgestaut hatte, mit einem sehenswerten Schuss zum Ausgleich. Alles wieder im Lot.

Kampf bis zuletzt

Im zweiten Durchgang gaben weiterhin die Dornacher den Ton an, doch die Abwehr mit Goalie Scandinaro musste stets auf der Hut sein. Zweimal musste Nino Nigro Kopf und Kragen riskieren, denn der omnipräsente Mahler, der als einziger schon auf Stufe 1. Liga spielte, lauerte auf jede sich bietende Gelegenheit. Bereits nach sechs Minuten entwischte Frei der Abwehr und bezwang den Goalie sicher.

Dornach machte nicht auf verwalten, sondern suchte die Entscheidung. Ein vierter Treffer hätte wohl alles klargemacht. Die Entlebucher riskierten gegen Ende aber alles und wären beinahe zum Ausgleich gekommen. Michael Mahler, wer denn sonst, tauchte halbrechts auf und verfehlte das Tor nur knapp. Dann kam der erlösende Schlusspfiff und das Fest für die Dornacher konnte starten.

Stimmen zum Spiel:

Fabian Dreier, Spielertrainer SC Dornach: «Ich bin sehr glücklich, dass es geklappt hat. Wir machten alles, wollten den Pokal. Aber der frühe Rückstand liess mich einen Moment zweifeln. Aber gemeinsam konnten wir das Ding doch noch drehen.»

Marco Streller: «Klar, ich hatte meine Bedenken, als der Gegner früh gleich mit zwei Toren in Führung ging. Ich wusste aber, dass wir zurückkommen, sobald uns ein Tor gelang. Aber wir mussten bis zum Ende kämpfen.»

Akrobatik von SCD-Captain Rafat Abid.

Akrobatik von SCD-Captain Rafat Abid.

Benjamin Huggel: «Für mich war klar, dass wir, wenn wir das Resultat drehen können, noch alles möglich ist. Es hätte aber wohl kein dritter Gegentreffer mehr leiden mögen. Es ist klar, die Entlebucher steigerten sich mit der Führung und Dank ihrem grossen Anhang. Fussball hat mit Emotionen zu tun, so dass wir unseren letzten Schweisstropfen geben mussten.»

Alex Frei, dessen Beine einige Spuren zierten: «Entlebuch war ein guter und fairer Gegner. Sie haben uns alles abverlangt. Wir sind doch noch so fit, dass wir mit der Klasse den Unterschied machen können. Dass ich einige Spuren davontrug ist nicht so schlimm. So lange es fair bleibt und es im Kampf um den Ball passiert, kann ich es akzeptieren. Dass mir zwei Tore gelangen freut mich natürlich. Wären wir nicht noch immer ehrgeizig, würden wir auch nicht mehr spielen.»

Muttenz enttäuschte

Der SC Muttenz wollte zuvor im Schweizer Cup der Ü40 Senioren den Pokal holen und den FC Lugano bezwingen. Ob es wohl das frühe Anreisen war oder die Nationalhymne vor dem Spiel – auf jeden Fall konnten die Baselbieter ihre gewohnte Leistung nicht abrufen.

Der SV Muttenz posiert mit Medaille.

Der SV Muttenz posiert mit Medaille.

Gerade das Prunkstück, die Defensive, patzte und Attila Sahin hatte Glück, drückte der Schiedsrichter bei seinem Handspiel als hinterstem Mann beide Augen zu. Lugano kam zu einfach zu einer 2:0 Führung und selbst nach dem Anschlusstreffer konterten die Tessiner und erhöhten gleich wieder auf 3:1.

«Es ist sehr schade, dass wir ausgerechnet jetzt im Endspiel solche Fehler machten. Ich weiss nicht genau, woran es lag. Sicher auch an der Hitze, denn mit teils 50jährigen Spielern einem Rückstand nachzulaufen, ist nicht einfach. Wenn etwas Zeit verstreicht, werden wir uns aber sich auch freuen, dass wir das Endspiel erreicht haben», so Trainer Martin Breuer.