Der rund zwei Dutzend Personen umfassende Fanblock der AC Bellinzona schrie sich an der prallen Sonne 90 Minuten die Lunge aus dem Leib. Der Rest der 450 Zuschauer, die am Samstag zum Promotion-League-Auftakt ins Leichtathletikstadion St. Jakob gekommen waren, bevorzugte hingegen die schattigen Tribünenplätze, um den neuen U21-Jahrgang des FC Basel zu sehen.

Das Heimteam enttäuschte in den ersten 45 Minuten nicht, kombinierte sich flott durchs Mittelfeld und erzwang mehrere brenzlige Situationen im gegnerischen Sechzehner. «Tempo, Technik, Laufarbeit – alles hat gepasst. Nur ein Tor hat gefehlt», analysierte Trainer Arjan Peço. Dem Torjubel am nächsten war Nicola Suter gewesen: Der Flügel hatte in der 13. Minute in «Zone 3» einen Ballgewinn provoziert und war aus kurzer Distanz am Pfosten gescheitert.

Der Trainer sieht denn Fehler bei der Mansnchaft

Obwohl sich beide Mannschaften bei brütender Hitze die Pause herbeigesehnt hatten, tat der Unterbruch nur den Gästen gut, die fortan deutlich stabiler wirkten und nicht mehr nur den Baslern hinterherliefen. Der FCB-Trainer sah die Gründe dafür bei seiner Equipe: «Wie wir uns nach der sehr guten ersten Halbzeit präsentierten, war enttäuschend.» Er bemängelte unnötige Fehlpässe und nicht zurückgelegte Laufwege.

Zwei ärgerliche Ballverluste standen schliesslich am Ursprung der entscheidenden Szenen, welche Daniel Maffi (59.) und David Stojanov (62.) zu den Toren für die Granata nutzten. Es waren die ersten beiden Chancen für die Tessiner gewesen, die nach dem Seitenwechsel doch noch aufzeigten, weshalb sie kein gewöhnlicher Aufsteiger sind. Denn echte FCB-Möglichhkeiten liess die ACB nicht mehr zu, sodass ihr Sieg am Ende keineswegs gestohlen war. Den Baslern und ihrem Coach blieb dagegen nur noch der Frust. «Das hatten wir uns anders vorgestellt», so Peço.

Keine Torgefahr

Auch der BSC Old Boys musste zum 1.-Liga-Auftakt mit einer 0:2-Niederlage vom Platz, enttäuschte allerdings nicht. «Für einige unserer Spieler war es der erste Einsatz auf diesem Niveau, dafür haben sie ihre Sache sehr gut gemacht», sagte der durchaus optimistisch gestimmte Trainer Aziz Sayilir.

Die Gelbschwarzen machten gegen den SC Buochs den entschlosseneren, dynamischeren Eindruck. Allerdings verströmte die Heimelf zu selten echte Torgefahr. «Das soll keine Ausrede sein, aber man hat schon gemerkt, dass uns vorne etwas gefehlt hat», bemerkte Sayilir und dachte dabei an seine nicht einsatzfähigen Offensivkräfte Sidy Dieng (gesperrt), Reginald Faria und Seydou Ouedraogo (beide noch nicht spielberechtigt), die in dieser Saison neben Captain Pascal Rietmann für die OB-Torproduktion zuständig sein sollen.

Bei ihren wenigen gefährlichen Abschlüssen hatte das Heimteam das Pech, dass mit Aaron Hänger der beste Innerschweizer zwischen den Pfosten stand. Der Buochser Goalie blieb beim Eins-gegen-eins mit Arianit Tasholli ebenso Sieger (43.) wie bei Maurin Guts Freistoss, den er aus dem Lattenkreuz fischte (92.).

Die richtigen Transfers

Die einzige Basler Erstligist, der an diesem heissen Samstagnachmittag Tore bejubeln durfte, war der FC Black Stars. Beim verdienten 3:1-Heimerfolg über den FC Schötz trafen mit Deny Gomes und Doppeltorschütze Artan Shillova ausgerechnet zwei Offensivkräfte, die in der Vorsaison für die Old Boys die gegnerischen Netze gefüllt hatten.

Samir Tabakovic dachte sicher auch an dieses Duo, als er bei der Beurteilung der Neuzugänge gesagt hatte: «Wir haben ein paar Spieler, die den Unterschied machen können!» Dass diese ihn bereits im ersten Match bestätigten, dürfte den Trainer mit Genugtuung erfüllt haben.