Es lief bereits die Nachspielzeit, als Captain Fabio Fehr aus dem Halbfeld eine Flanke in den Sechzehner schlug, wo Max Mata zwischen Janic Cucinelli und Abdoulhadri Sylla per Kopf an den Ball kam und Goalie Christian Baldinger bezwang.

Der 3:3-Ausgleich für die U21 des Grasshopper Clubs hatte sich überhaupt nicht abgezeichnet, was auch Marco Walker missfiel: „Das war keineswegs zwingend, aber leider hatten wir just in dieser Situation keinen Zugriff.“ Bis auf das Resultat war der neue Trainer des BSC Old Boys aber zufrieden mit dem Auftritt seiner Equipe: „Die Jungs haben alles aus sich rausgeholt. Ich weiss nicht, was ich ihnen vorwerfen könnte.“

Vollgas-Fussball

Das Heimteam hinterliess vor nur 81 Zuschauern in der Schützenmatte im Dauerregen (Walker: „Geiles Fussballwetter!“) in der Tat einen starken Eindruck. Die Gelbschwarzen gingen von Beginn weg mit einer Intensität zu Werke, welche die Zürcher sichtbar überraschte.

OB suchte in jeder Zone die Duelle und in Ballbesitz wurde umgehend vertikal gespielt. So auch in der 4. Minute, als der steil lancierte Valentin Mbarga allein vor GC-Keeper Amir Saipi nur die Latte traf, Pascal Rietmann im Anschluss per Hechtkopfball aber dennoch das 1:0 markierte.

Den Vollgas-Fussball Marke Marco Walker („Ich verlange sehr viel von den Spielern!“) setzten die Basler auch in der Folge über weite Strecken gut um. Und weil der GC-Nachwuchs über die spielerischen Mittel verfügte, um sich immer wieder aus der OB-Umklammerung zu lösen, entwickelte sich eine attraktive Partie.

Den Ausgleich durch Aly Malle (29.), den die aus dem Fanionteam aussortierten Shani Tarashaj und Aimery Pinga vorbereitet hatten, beantowortete Sylla umgehend mit dem 2:1 (31.). Doch kurz nach dem Seitenwechsel stellte Tarashaj mit einem unhaltbaren Schlenzer aus 20 Metern den Gleichstand wieder her.

Für gute Leistung nicht belohnt

Das Pendel schlug dann nach einer Stunde wieder zugunsten der Old Boys aus: Rietmann tankte sich in seiner typischen Art im Zentrum durch, sodass ihn Gegenspieler Baba Souare nur im Stile eines Ringers am Eindringen in den Strafraum hindern konnte. Schiedsrichter Daniel Werder schickte den Sünder folgerichtig vom Platz und Valon Muslija gelang mit dem anschliessenden Freistoss das 3:2. Der Mittelfeldspieler hatte eine Lücke in der GC-Mauer gefunden und Saipi überrascht.

Nun folgte die einzige relativ ruhige Phase der Begegnung, in der die Heimmannschaft praktisch nichts mehr zuliess – bis zur verhängnisvollen Szene in der 91. Minute. „Schade, dass sich das Team wie schon in Luzern (0:1, die Red.) für seine gute Leistung nicht belohnt hat“, bedauerte Marco Walker, der eine Steigerung im Vergleich zu seinem Debüt in der Zentralschweiz gesehen hat. „Wenn wir so weitermachen, werden die ersten Siege bald folgen“, so der OB-Trainer