«Sie haben uns den Arsch versohlt», sagt Gladiators-Headcoach Dwaine Wood nach dem einseitigen Finalspiel der Schweizer American Football League, dem «Swissbowl» zwischen den Gladiators beider Basel und den Calanda Broncos. Trotz grossem Einsatz und aller Kraft gelang es den Gladiators nicht, den Riesen aus dem Kanton Graubünden zu bezwingen. Sie mussten ausgerechnet im Endspiel ihre höchste Saisonniederlage von 6:42 hinnehmen.

Trotz des bewölkten Himmels herrschte eine atemberaubende Stimmung nach amerikanischer Art im Stadion an der Ringstrasse in Chur. Die Fans beider Teams zeigten sich motiviert. Als weiterer Stimmungsmacher überzeugte Saphira Felix, die kurz vor Spielbeginn die amerikanische und die Schweizer Hymne vorsang. Als dann beide Teams samt Cheerleadern auf dem Feld standen, reiteten zwei Damen in den Team-Trikots auf Pferden ein und überbrachten dem Schiedsrichter den Spielball – ein tolles American-Football-Fest konnte beginnen.

Zu Beginn konnten die Basler ihre starke Defensive präsentieren und bereits nach einer Minute Spielzeit eine «Interception» landen, sprich die Bündner verloren somit ihr Angriffsrecht. «Die Basler haben ihre Defensive umgestellt und uns mit diesem Zug sehr überrascht», meint der Cheftrainer der Broncos später dazu. Bis kurz vor Ende des ersten Viertels verlief das Spiel ausgeglichen, doch Sekunden vor Schluss konnten die Broncos ihren ersten Touchdown verbuchen, welcher sechs Punkte auf das Konto spülte.

Ebenfalls konnten sie den sogenannten «PAT» verwandeln, den Zusatzpunkt nach dem Touchdown. Dabei versucht man den Ball durch einen Kick zweier Pfosten zu befördern, was einen Extrapunkt einbringen kann. So stand es zum Ende des ersten Viertels 7:0. Zu Beginn des zweiten Viertels konnte man eine Überlegenheit des Churer Heimteams feststellen. Bereits nach 4 Minuten und 16 Sekunden Spielzeit landeten die Bündner einen weiteren Touchdown mit dem anschliessend Extrapunkt. Es folgte ein weiterer Touchdown, weshalb die Gladiators zur Halbzeit mit einem 0:21-Rückstand konfrontiert waren.

Blitz, Donner, Regen, Windböen

Kaum eine Minute im dritten Viertel war gespielt, als das Spiel unterbrochen werden musste. Der Unparteiische schickte beide Mannschaften aufgrund eines Blitzschlags für etwa eine halbe Stunde in die Katakomben. Dieser Unterbruch kam den Bündnern gelegen. Denn kurz, nachdem das Spiel wieder aufgenommen wurde, konnte Clark Evans dem Heimteam den vierten Touchdown ermöglichen. Zum vierten Mal verwandelte der eigentliche U19-Spieler Severin Murk den Extrapunkt zum Zwischenstand von 28:0.

Im letzten Viertel des Spiels gaben die Basler noch einmal ihr Bestes, um nicht punktelos aus Chur zurückzukehren. Doch die sehr dominant auftretende Offensive der Broncos liess der starken Basler Defensive keine Chance zu und attackierte gnadenlos weiter. Nach etwas mehr als einer Minute konnten sie den Ball zum fünften Mal in die Basler Endzone bringen. Natürlich verwandelte Murk den Extrapunkt zum fünften Mal, die Basler waren geschlagen.

Trotz der Vorentscheidung – im Fussball wäre das Resultat mit einem 5:0 zu vergleichen – schalteten die Broncos keinen Gang herunter. Knapp zwei Minuten vor Schluss können sie ihren sechsten und letzten Touchdown in diesem Spiel feiern – diesmal war Murk gleich selber für alle Punkte besorgt.

Er lief in die Endzone der Basler und verwandelte den Extrakick zum 42:0. Trotz der klaren Überlegenheit des Heimteams liessen sich die Gladiators nicht unterbringen und versuchten mit aller Kraft, sich doch noch in das Score des «Swiss Bowls» einzutragen. Tatsächlich trat ein, was niemand mehr für möglich hielt: Eine halbe Minute vor dem Schlusspfiff gelang den Gladiators beider Basel der wohlverdiente Touchdown zum Endresultat von 6:42.

Trotz des verlorenen Spiels war der Headcoach der Basler nicht sonderlich enttäuscht: «Dieses Spiel beinhaltete alles, wofür wir die ganze Saison gearbeitet haben. Die Broncos haben ganz klar besser gespielt. Trotzdem bin ich sehr stolz auf meine Jungs, dass wir es in dieser Saison so weit gebracht haben», sagte Headcoach Dwaine Wood.