Und der 20-jährige Entlebucher wurde den eigenen Erwartungen und Vorschlusslorbeeren gerecht. Obwohl Wicki in den drei ersten Gängen vom Einteilungsgericht wahrlich nicht geschont wurde, denn der Gast aus der Innerschweiz hatte drei Brocken als Gegner er­halten. Und zwar die Baselbieter Hoffnung Janic Voggensper­ger, Nick Alpiger und Bruno Gisler (beide routinierte Eidgenossen und mehrfache Kranz­gewinner).

Doch Wicki bodigte alle drei Widersacher souverän und lag mit 29.75 Punkte auf Platz 2. Nur der Aargauer Mario Thürig aus Möriken, ebenfalls ein Eidgenosse, hatte drei platte Siege aufzuweisen und konnte mit der Maximalnote von 30 Punkten das Mittagessen einneh­men. 

Im 4. Gang musste sich Wicki gegen David Schmid, ebenfalls ein Eidgenosse, mit einem Gestellten begnügen, doch im 5. Durchgang bettete er Marcel Kropf ins Sägemehl. Damit stand fest, dass der Favorit sich für den Schlussgang qualifiziert hatte. Dort wartete mit Mario Thürig ein Mann, der wie Wicki 48,75 Punkte totalisiert hatte. 

Unfall überschattet das Schwingfest 

Dass der Schlussgang mit einer Stunde Verspätung beginnen konnte, hatte einen tragi­schen Grund. Im 6. Gang lieferten sich auf dem 4. Sägemehlring Marcel Kropf aus Müm­liswil und Gastschwinger Roger Portmann aus Hasle (Entlebuch) einen animierten Kampf. Kurz vor Kampfschluss konnte Kropf den 19-jährigen Innerschweizer ins Sägemehl wuch­ten – und der Jungschwinger, der von seinem Verband kurzfristig nachgemeldet worden war, blieb regungslos liegen. 

Fast eine Stunde lang wurde Portmann von Samaritern und den Platzärzten betreut, fixiert und danach ins Spital gebracht. Die «bz Basel» konnte von den Samaritern in Erfahrung bringen, dass sich der Entlebucher eine Rückenverletzung zugezogen hat, unter Schock stand, jedoch im Körper, vor allem aber in den Beinen, Gefühle hatte und diese spürte. 

«Ich musste mich trotz dieses Unfalles eines Verbandskameraden auf den Schlussgang fo­kussieren», so Festsieger Joel Wicki. Dieser bodigte im Schlussgang seinen Rivalen Thü­rig nach knapp zwei Minuten mittels eines Brienzer retour. «Ich konnte meine Form vom letzten Sonntag auf dem Stoos bewahren und bin mit meinen Kämpfen sehr zufrieden», so Wicki, der schon jetzt zur Gilde des «Landesbösesten» gehört. 

Gute Baselbieter Bilanz 

Die Baselbieter gewannen fünf Kränze. Roger Erb (Metzerlen) erkämpfte sich Rang 5b, Janic Voggensperger aus Schönenbuch Platz 7a, während Cyrill Widmer vom Schwing­klub Pratteln mit couragierten Kämpfen seinen ersten ersten Kranz holte und Rang 7f be­legte. Aber auch der Oberbaselbieter Andrj Gerber aus Rothenflug und der Leimentaler Samuel Brun (Ettingen) schafften mit den Rängen 8b und 8d noch einen verdienten Kranz­gewinn. 

Wäre nicht dieser Unfall gewesen, so hätte man von einem Traum-Schwingfest, bei hoch­sommerlichen Temperaturen nahe der 30-Grad-Marke, sprechen können. Ein zahlreiches, fachkundiges Publikum, eine mustergültige Organisation durch den Bezirk-Schwingklub Waldenburg und FC Oberdorf sowie die Anwesenheit von Regierungsratspräsident Tho- mas Weber und Regierungsrätin Monica Gschwind waren die Begleiterscheinungen eines Kantonalen Schwingfestes, das in Sieger Joel Wicki einen Mann hatte, der in den näch- sten Jahren garantiert zu den «Allerbösesten» des Landes mutieren wird.