Zum Glück ist die Situation beim Elfmeterschiessen eine der am besten erforschten in der Sportwissenschaft. Weil alles standardisiert ist, gibt es über 100 Studien zum Thema. Weil wir den FCB-Stars diese Lektüre ersparen wollen, gibt es hier eine Kurzzusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse: Die Körpersprache des Schützen muss dominant sein.

Schultern nach hinten, Brust raus. Um zu zeigen, dass er sich der Situation stellt, sollte der Schütze den Goalie bis zum Abschluss im Blick behalten. Dadurch beurteilt der Torhüter ihn als stark, treffsicher und kompetent. Nach dem Pfiff des Schiedsrichters sollte sich der Schütze Zeit lassen und auf keinen Fall überhastet abschliessen. Während des Schiessens sollte der Torhüter nicht mehr angesehen werden. Sonst steigt die Gefahr, ihn anzuschiessen.

An den Stammtischen dieser Welt wird oft diskutiert, wo der Schütze idealerweise hinschiesst. Der Kölner Sportwissenschafter Daniel Memmert erklärt: «Im Idealfall schiesst der Spieler hoch in eine Ecke, die er sich vorher ausgesucht hat. Der Torhüter kann solche Bälle kaum halten. Die Wahrscheinlichkeit, dass er hoch geschossene Elfmeter halten kann, geht gegen null. Flache Bälle hingegen hält der Torhüter vor allem dann, wenn sie a) nicht so hart geschossen sind, b) nicht platziert geschossen sind oder c) wenn der Torhüter sehr früh abspringt.»

Elfmeter sind trainierbar. Damit ein matchähnlicher Druck aufgebaut werden kann, sollten im Training soziale Strafen eingebaut werden. Wer nicht trifft, muss zum Beispiel beim Essen die anderen bedienen. So entstehen laut Memmert Automatismen, die in Drucksituationen helfen. Klingt eigentlich ganz einfach. Am Sonntag gegen Sion wäre ein guter Moment, das Gelernte anzuwenden.