Der FC Aarau hat den Aufstieg in der Barrage gegen Xamax Neuchâtel leichtfertig verspielt. Doch für den Trainer Patrick Rahmen könnte die erfolgreiche Rückrunde trotzdem noch mit einem Happy End enden. Der 50-jährige Basler ist der Kronfavorit auf die Nachfolge von Marcel Koller beim FCB. Nach Informationen der bz ist Rahmen einem Wechsel in die Heimat nicht abgeneigt. Eine offizielle Bestätigung steht aber noch aus. Es ist aber davon auszugehen, dass sich die beiden Klubs noch auf die Höhe der Ablöse einigen müssen. Denn wie Koller hat auch Rahmen noch einen Vertrag bis 2020.

Patrick Rahmen hat bewiesen, dass er ein Team entwickeln kann.

Patrick Rahmen hat bewiesen, dass er ein Team entwickeln kann.

Schon vor zwei Jahren gehörte Patrick Rahmen zum Kreis der Trainer, die gute Chancen auf die Nachfolge von Urs Fischer hatten. Am Ende zog man beim FCB aber Raphael Wicky vor. Sportchef Marco Streller war schon damals von Rahmen überzeugt, der hatte sogar schon die Zusage. Doch die Powerpointpräsentation von Wicky und das Veto von Präsident Bernhard Burgener führten zum Entscheid pro Wicky.

Rahmen wechselte ein Jahr später zum FC Aarau, wo er das Team nach Startschwierigkeiten doch noch in die Barrage führte. Der Basler liess sich auch von 10 Niederlagen aus den ersten 13 Spielen nicht aus der Ruhe bringen. Seit Ende Oktober 2018 hat der FC Aarau unter Rahmen nur noch zwei weitere Spiele verloren. Zuletzt das bittere Barrage-Rückspiel gegen Xamax. Obwohl Rahmen sein Team im entscheidenden Spiel nicht zum Aufstieg führen konnte, nahm der FCB jetzt einen neuen Anlauf und kontaktierte den Trainer mit rotblauer DNA. Rahmen passt ins Konzept der neuen FCB-Führung um Burgener und Streller. Er ist Basler, spricht Baseldytsch und war beim FCB nicht nur Spieler sondern zwischen 2007 und 2011 auch schon als Trainer in unterschiedlichen Funktionen im FCB-Nachwuchs tätig.

Die Gründe für den Wechsel

Sportlich war Marcel Koller in der jüngsten Vergangenheit ähnlich erfolgreich wie Patrick Rahmen. Seit der Spieler-Revolte Anfang Dezember 2018 hat der FCB in 23 Spielen nur einmal verloren. Trotzdem ist der 58-jährige Zürcher aus Sicht der FCB-Führung nicht der richtige Mann für die Zukunft. Intern glaubt man beim FCB nicht, dass Koller, der in der Mannschaft kein gutes Standing hat, die vielen jungen Basler Talente erreicht und dementsprechend entwickeln kann. Den versprochenen Spektakel-Fussball vermisste man in Basel unter Koller ebenso wie die Identifikation des Trainers mit der Region. Aus diesen Gründen kam die sportliche Führung jetzt wohl definitiv zum Schluss, dass die neue Saison mit einem neuen Trainer angegangen werden muss.

Schon nach dem gewonnen Cupfinal gab Marcel Koller bezüglich seiner ungeklärten Zukunft zu Protokoll: «Wenn etwas nicht passt, müssen wir darüber reden.» In der Folgewoche sagte er: «Es geht um den FCB, nicht um mich.» Auf eine Saisonanalyse verzichtete Koller: «Ich gehe jetzt erst einmal in die Ferien.» Schon zu diesem Zeitpunkt standen die Zeichen auf Abschied. Doch der FCB liess sich mit der definitiven Entscheidung Zeit. Auch gestern wollte sich der FCB nicht zur Trainerfrage äussern. Der Verein will erst kommunizieren, wenn die Verhandlungen mit Aarau abgeschlossen sind. Das soll in den nächsten 48 Stunden der Fall sein.

Spätestens am kommenden Dienstag muss die Sache geregelt sein. Denn dann bittet der Cupsieger aus Basel zum Trainingsauftakt. Dann soll Patrick Rahmen sein erstes FCB-Training leiten. Und wenn nicht alles schiefläuft, wird er das auch machen.