Entschuldigend hebt Ricky van Wolfswinkel seine linke Hand nach oben. Jubeln mag er nicht. Und das, obwohl er in der 93. Minute das entscheidende Tor geschossen hat. Es ist das 1:0 für den FC Basel im Hinspiel der dritten Qualifikations-Runde gegen Vitesse Arnheim. Das eminent wichtige 1:0 für den FCB. Denn dank des Auswärtstores und des Sieges hat er beste Chancen, sich am nächsten Donnerstag für die Playoffs der Europa League zu qualifizieren.

Van Wolfswinkel aber verzichtet aus Respekt auf eine grosse Inszenierung. Schliesslich ist Vitesse Arnheim sein Jugendklub. Hier debütierte er als Profi. Hierher kam er zurück, als seine Karriere ins Stocken geraten war. Und hier hat er sich empfohlen, um im vergangenen Sommer zum FCB wechseln zu können. Und jetzt schiesst er in seinem alten zu Hause die Basler so gut wie weiter. Dass der FCB mit einer solch ausgezeichneten Ausgangslage aus Holland abreisen würden, hat sich nicht abgezeichnet.

Entschuldigende Geste: Ricky van Wolfswinkel hat seinen Jugendverein «abgeschossen».

    

Ideenlos, hektisch, blass

In einem zähen Spiel tun sich die Basler unheimlich schwer. In der ersten Halbzeit findet das Offensivspiel so gut wie gar nicht statt. Die Basler machen einen ideenlosen Eindruck, kommen kaum aus der eigenen Hälfte heraus und haben in diesem zerfahrenen Spiel Mühe, den Ball in den eigenen Reihen zu halten. Der Spielaufbau ist von Hektik geprägt. Von diesem erfrischenden, begeisternden Fussball, den der FCB am Samstag gegen GC gezeigt hatte, ist nichts mehr zu sehen.

Statt schönen Kombinationen, bei denen der Ball flach gespielt wird – also so, wie es der neue Trainer Marcel Koller mag – sucht der FCB sein Glück in hohen Zuspielen und findet damit keine Lösungen. Spieler wie Luca Zuffi oder Fabian Frei, die am Wochenende glänzen konnten, bleiben blass. Einmal mehr überzeugen kann hingegen vor allem Jonas Omlin. In den ersten drei Spielminuten vereitelt er gleich zwei Grosschancen der Holländer und hält seine Mannschaft damit im Spiel.

Auch im Spiel gegen Vitesse Arnheim ist Basels Torhüter, Jonas Omlin, einer der besten FCB-Spieler.

    

Eine Mannschaft, die im Vergleich zu Kollers Debüt-Spiel umgebaut werden musste, weil Geoffroy Serey Die verletzt fehlt. Für ihn rückt Eder Balanta im 4-2-3-1-System auf die zentrale Sechser-Position und zeigt dort, auf einer für ihn neuen Position, eine ansprechende Leistung. Er ist es auch, der mit einem Kopfball die einzige Halbchance für einen in Durchgang Eins harmlosen FCB verzeichnet.

«Schwierig, hier zu treffen»

Nach der Pause kommen die Basler besser ins Spiel. Die Ansprache Kollers hat Wirkung gezeigt, der FCB steht weniger tief und spielt mutiger nach vorne. Effektive Torchancen bleiben aber weiterhin Mangelware. In der 68. Minute ist es dann van Wolfswinkel, der den ersten Torschuss der Basler abgibt. Nach einer sehenswerten Ballstafette von Zuffi, Albian Ajeti und Valentin Stocker wird van Wolfswinkel angespielt, schliesst aber viel zu ungenau ab und verpasst es, die frühe Entscheidung zu bringen.

In der 93. Minute dann macht er es besser. Zuffi findet den in Arnheim noch immer als Helden gefeierten van Wolfswinkel, der aus etwa 16 Metern Tordistanz abzieht und den Ball hoch rechts versenkt. «Es ist natürlich schwierig für mich, hier zu treffen. Aber ich bin froh, dass wir mit drei Punkten nach Hause fahren», sagt der Torschütze nach dem Spiel. Er weiss auch, dass der FCB das absolute Maximum aus einer dürftigen Leistung herausgeholt hat und schon mit einem Unentschieden gut bedient gewesen wäre. Deshalb ist für ihn klar: «Nächsten Donnerstag im Rückspiel müssen wir alles besser machen.»

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