Aber es war kein perfekter Tag. Vielmehr war der FC Basel gestern so weit davon entfernt, perfekt zu sein, wie in den krisengeschüttelten Monaten im vergangenen Herbst. Gerade einmal sechs Minuten konnten Frei und Stocker ihre Comebacks geniessen und die Fans sich an ihrer Anwesenheit ergötzen. Dann war man in Basel wieder auf dem Boden der Tatsachen angelangt.

Verantwortlich dafür: ein wunderschön getretener Freistoss von Alexander Gerndt, den Eder Balanta mit einem Handspiel verschuldet hatte. Der Ball zappelte im Netz, der FCB lag 0:1 hinten, und die ganze Freude, die sich über Wochen aufgebaut hatte, war verpufft. «Es ist wirklich sehr, sehr enttäuschend», sagte ein geknickter Valentin Stocker mit auf den Boden gesenktem Blick nach Gründen oder zumindest Trost suchend. «Wir sind alle nicht stolz auf diese Niederlage.»

Stocker konnte bei seinem ersten Saisonspiel im Joggeli nicht überzeugen ...

Stocker konnte bei seinem ersten Saisonspiel im Joggeli nicht überzeugen ...

Stocker konnte ebenso wenig wie sein Kollege Fabian Frei verbergen, dass diese Niederlage beim Comeback und dieser Schönheitsfehler in der Geschichte schmerzen. «Ich bin frustriert. Das ist ein Dämpfer und wir haben uns das definitiv anders vorgestellt», kommentierte Frei und fügte an: «Das ist ein ganz schlechter Start.»

Noch nicht die Alten

Der missglückte Start in die Rückrunde, er ist auch stark an die Leistungen Freis und Stockers gekoppelt. Gekommen als Hoffnungsträger, enttäuschten beide gestern. Frei etwas mehr, Stocker etwas weniger.

Die Erwartung der Fans, aber auch der Spieler selber war, den «alten» Vali und den «alten» Fabi zu sehen. Spieler, die für Begeisterung sorgen und ein Team dermassen mitreissen können, dass jeder noch ein Extra-Prozent herausholen kann. So, wie das vor deren jeweiligem Abschied in die Bundesliga der Fall war.

... und auch Frei gelang bei der 0:1-Niederlage gegen Lugano nicht viel.

... und auch Frei gelang bei der 0:1-Niederlage gegen Lugano nicht viel.

Aber gestern klappte dies nicht. Frei fiel vor allem durch seine leuchtend gelben Schuhe und die Tatsache, dass er Anweisungen geben wollte, auf. Raumgewinn oder entscheidende Pässe konnte er kaum aufweisen.

Und auch Stocker war noch nicht der «Alte», der Massen elektrisierende Vali. «Natürlich habe ich noch Luft nach oben», gibt er aber ganz offen zu und liefert den Grund gleich mit: «Das ist klar nach einer Operation (Stocker wurde im November am Knie operiert, Anm. d. Red.).»

Konzentration ist nun gefragt 

Stocker war dennoch der präsentere Akteur der beiden, wuselte und versuchte in der Offensive einiges, konnte sich am Ende aber nur einen Rückpassartigen Abschluss in der 37. Minute gutschreiben lassen.

Aber nicht nur bei Frei und Stocker, sondern im Kollektiv fehlte eine gewisse Konzentration, ein unbedingter Wille, Zugriff aufs Spiel, Präzision und vor allem die Automatismen. Auch wenn Frei Letzteres nicht als Ausrede gelten lassen will: «Ich verlange von mir und der Mannschaft, dass das nach vier Wochen Vorbereitungszeit funktioniert.»

Nun haben die Basler eine Woche Zeit, um den Schock zu verdauen und an sich und der Leistung zu arbeiten. «Wir verfallen jetzt nicht in Hektik, weil wir ein Spiel verloren haben», meinte Frei.

Auch Stocker sagt, es sei zu früh, um auf die Tabelle und den auf fünf Punkte angewachsenen Rückstand auf YB zu schauen. «Wir müssen uns auf uns konzentrieren und nicht nach rechts oder links schauen.» Gelingt dies in Thun nächsten Samstag nicht, dürfte aber doch Hektik aufkommen.