Wer einen Exploit, der einer Sensation gleichgekommen wäre, erwartete, durfte zehn Mi­nuten hoffen. Ab dem zweiten Viertel wurde der Vergleich zwischen dem Tabellenletzten und dem Leader der Nationalliga A ungleich(er).

Auch zwischen der 21. und 30. Minute war die Dominanz der Gäste frappant – diese 20 Minuten ergaben ein Teilzeit-Skore von 28:49 – da gibt es nichts zu interpretieren und nichts zu beschönigen.

Dennoch enttäuschten die Starwings nicht. Man sah einen sehr guten Nemanja Calasan und einen guten Antonio Hester, welche in der ersten Halbzeit den Grossteil der Baselbie­ter Punkte erzielten.

Ohne Siegeschancen 

Aber gegen die Löwen-Übermacht, welche als 8. Mann mit dem wie­dergenesenen Marko Mladjan den besten und bestbezahltesten Schweizer Akteur bringen konnten, waren die Birsfelder ohne Siegeschance. Wer auf der Bank mit Arnaud Cotture und Mladjan zwei Nationalspieler von der Stammfünf hat, spielt in einer eigenen Liga, wenn der Widersacher ein «Kleiner» ist.

Schade, dass das Ref-Trio die Überlegenheit der Genfer noch supportierte. Namentlich Davide Balletta war ein Ärgernis, denn der Tessiner schien Starwings-Spielmacher Justin Mitchell regelrecht zu verfolgen und mit Fouls zu belasten, so dass der Amerikaner in sei­nem Aktionsradius eingeschränkt wurde.

Dass der US-Profi selber Mühe bekundete, den Auf­bau zu organisieren, sei aber deutlich gesagt. US-Center Ryan Smith konnte auch ge­gen Genf, das an Physis und Körpergrösse den Starwings krass überlegen war, nicht den Beweis er­bringen, dass er in der nächsten Saison sein Geld mit Basketball verdienen wird.

Emotionaler Höhepunkt

Schön, dass Starwings-Trainer Pascal Donati insgesamt elf Akteuren einsetzen konnte – emotionaler Höhepunkt war der Dreier von Aleksa Pavlovic (18) kurz vor dem letzten Sirenenton. Dass Genf sogar alle zwölf Spieler aufs Parkett beorderte, zeigt, dass Les Li­ons ausser Reichweite lagen. Gegen die anderen Landesgrössen müssen auch die Gen­fer auf acht, maximal neun Mann reduzieren.

«Der Klassenunterschied ist einfach gege­ben. Und weil wir im Angriff zu ungeduldig waren, Würfe forciert haben und die Sys­teme nicht diszipliniert genug gespielt haben, gerieten wir ab der 11. Minute entscheidend in Rückstand. Und in der Defense entstanden zu oft <miss-matches>, in denen die Genfer unter dem Brett zu einfachen Körben kamen», so Donati.

Das nächste Heimspiel ist dann das Prestige-Derby gegen Central Luzern. Es ist das Du­ell der beiden Tabellenletzten. Die Innerschweizer wurden am Samstag in Vevey in der zweiten Halbzeit mit 30:71 (!) zerzaust, nachdem Central zuerst klar führte. Da sahen die „Wings“ vor einer Woche bei der 87:89-Niederlage in Vevey um einiges besser aus.