1. Die Sion-Fans sind zurecht wütend, nutzen aber die falschen Argumente

Die Wut im Wallis war nicht nur bei Sion-Präsident Christian Constantin gross. Auf den sozialen Netzwerken schimpften die Sion-Fans über den "Basel-Bonus". Der Grund: Schiedsrichter Alain Bieri hatte auf Elfmeter für den FCB entschieden, obwohl Sion-Goalie Kevin Fickentscher erst den Ball und dann die Beine von Kevin Bua getroffen hatte.

Was die Walliser bei aller Wut auf den Schiedsrichter vergassen: Eigentlich werden sie relativ gesehen genau so oft bevorteilt wie der FC Basel. Zumindest in dieser Saison. Die bz analysiert  seit dieser Spielzeit sämtliche Fehlentscheide, die zu Toren, Elfmetern oder roten Karten führen. Demzufolge wurde Sion in der Saison 2018/19 viermal bevorteilt und dreimal benachteiligt. Der FC Basel wurde achtmal bevorteilt und siebenmal benachteiligt.

In der "wahren Tabelle" zählen Tore, denen ein Fehlentscheid vorausging, nicht. Nicht gegebene Elfmeter und zu unrecht aberkannte Tore zählen als Treffer. Je nach Endresultat ergibt sich daraus eine andere Punkteverteilung und hier haben die Sion-Fans ein Argument: Denn in der Endabrechnung hätte der FC Sion tatsächlich drei Punkte mehr, der FC Basel einen Punkt weniger auf dem Konto.

2. Der Videoassistent wird im Cup nur getestet

"Ich hoffe, dass der Videoassistent bald wirklich kommt und nicht nur getestet wird", sagt Sion-Trainer Murat Yakin nach dem Spiel vom Sonntag. Auch sein Kollege Marcel Koller befürwortet die Einführung. Ab der kommenden Super-League-Saison soll der umstrittene VAR auch in der Schweiz zum Einsatz kommen.

Schon beim Cupspiel Sion gegen Basel von Mittwoch in einer Woche sitzt ein Schiedsrichter vor dem Bildschirm. Doch zum Leidwesen von Yakin und Koller werden die Abläufe nur im Hintergrund geprobt. Der Videoassistent wird zu keiner Zeit Einfluss auf die Entscheidungen des Schiedsrichters haben. Noch nicht. 

Die Noten zum Spiel: 

3. Linksverteidiger kann doch jeder

Im Amateurfussball spielen die untalentiertesten Kicker oft hinten links. Dort können sie am wenigsten Schaden anrichten, so die Meinung vieler Hobbytrainer. Auch für FCB-Coach Marcel Koller scheint die Position des Linksverteidigers nicht oberste Priorität zu haben. Statt mit Blas Riveros einen gelernten Linksverteidiger auf die Bank zu setzen, nimmt Koller auch gegen Sion lieber einen weiteren Offensivspieler mit ins Aufgebot.

So kommt es, dass sich gegen Sion gleich drei FCB-Spieler als Linksverteidiger versuchen. Weil sich Raoul Petretta verletzt, muss erst Eder Balanta hinten links aushelfen. Als auch der Kolumbianer nicht mehr weiterspielen kann, rutscht Taulant Xhaka für die letzte halbe Stunde auf die Linksverteidigerposition. "Wir haben das trotz aller Umstellungen ganz gut gemacht", sagt Koller und hat damit recht: Weder Balanta noch Xhaka merkt man an, dass hinten links nicht ihre Stammposition ist. Beim FCB gilt anders als bei den Amateuren nicht der untalentierteste hinten links, sondern: Jeder darf mal hinten links.

Die Highlights des Spiels im Video:

FC Basel - Sion Rückrunde 2019