Gerade rechtzeitig, dass morgen Samstag um 17.30 Uhr die 1. Mannschaft zum ersten Mal in dieser 2.-Liga-Saison zu Hause antreten kann. Sichtlich erleichtert sagt Christine Bürgin, die Präsidentin des EHC: «Die Vorfreude ist riesig. Wir hoffen auf viele Zuschauer und dass wir uns und unsere Halle im besten Licht präsentieren können.»

Kurze Rückblende: Die Kunsteisbahn Sissach erhält 2005 im Rahmen einer Sanierung ein Holzdach. Da die Anlage zu drei Seiten hin geöffnet ist, führen die Temperatur-Unterschiede zwischen Klima und Eis zur Bildung von Kondenswasser. Die Holzbalken saugen sich mit Flüssigkeit voll und werden immer schwerer, sodass das Holzdach einzustürzen droht. Das Problem akzentuiert sich im Jahr 2012, führt zu einer zwischenzeitlich zweijährigen Schliessung der Kunsteisbahn und einer langwierigen Schuldklärung zwischen Gemeinde und Erbauerfirma. Als Hauptbetroffener bleibt der EHC Zunzgen-Sissach zurück, dessen Zukunft damals in den Sternen stand.

Christine Bürgin, Präsidentin des EHC: «Wir hoffen auf viele Zuschauer und dass wir uns und unsere Halle im besten Licht präsentieren können.»

  

Solidarität von allen Seiten

Mit ein Grund, dass der EHC am Leben blieb, ist Vizepräsident Andreas Hürbin. Während mehrerer Spielzeiten muss er für Trainings und Heimspiele aller Mannschaften Ersatzspielplätze organisieren. Die Teams trugen ihre Heimspiele in Basel, Rheinfelden oder Laufen aus. Hürbin ist ständig am Telefon, verhandelt, argumentiert. Er geht in dieser, in der Not geschaffenen Aufgabe, regelrecht auf und sagt lachend: «Wenn ich zurückschaue, war das im Nachhinein eine geile Zeit. Eine Zeit voller Adrenalin.»

Dass er die Hallenbelegung für Trainingseinheiten und Heimspiele aller Teams auch heute noch koordiniert, überrascht somit nicht. Auch wenn es nun einfacher geworden ist, als in dieser turbulenten Zeit. Damals ist nämlich trotz vollem Einsatz eine Krisensitzung nach der anderen nötig. Und die Präsidentin bestätigt: «Wenn wir nicht so viel Solidarität und Unterstützung von Eishockeyvereinen aus der Region und dem Verband erhalten hätten, wäre es schwierig geworden.»

Andreas Hürbin, Vizepräsident des EHC: «Wenn ich zurückschaue, war das im Nachhinein eine geile Zeit. Eine Zeit voller Adrenalin.»

  

Vorsicht ist geboten

Doch das ist Schnee von gestern. Nun kann sich der EHC Zunzgen-Sissach aufs Sportliche konzentrieren. Und diesbezüglich ist das Aushängeschild des Vereins, die 1. Mannschaft, sehr gut in die 2. Liga gestartet. Nur ein Verlustpunkt (Sieg erst nach Verlängerung) nach vier Spielen steht für den Tabellenersten zu Buche. Am Samstag kommt der Tabellendritte Altstadt Olten in die neu sanierte Heimstätte des EHC Zunzgen-Sissach. Sportchef Michael Fässler schätzt die Ausgangslage folgendermassen ein: «Es ist zu spüren, dass die Freude bei den Spielern in etwa gleich gross ist wie die Nervosität. Durch den erfolgreichen Saisonstart mit vier Siegen aus ebenso vielen Auswärtsspielen wollen wir nun natürlich auch bei uns zu Hause siegreich sein.» Und trotzdem ist Vorsicht geboten, denn Altstadt gehört zu den Top-3-Teams der Liga.

Michael Fässler, Sportchef des EHC: «Durch den erfolgreichen Saisonstart mit vier Siegen aus ebenso vielen Auswärtsspielen wollen wir nun natürlich auch bei uns zu Hause siegreich sein.»

  

In dieser Tabellenregion will sich der EHC auch zum Schluss klassieren. Genauer gesagt soll die Qualifikation unter den besten drei von insgesamt neun Teams abgeschlossen werden. Nach den Playoffs ist aber nichts anderes als der Meistertitel in der 2. Liga das Ziel. Wenn auch durchaus ambitiös, schätzt Fässler diese Vorgabe als realistisch ein: «Wir haben zwar den einen oder anderen gewichtigen Abgang hinnehmen müssen, aber mit jungen, hungrigen Spielern und älteren Spielern, die momentan eine starke Phase haben, ist der Meistertitel realistisch.»

Förderung eigener Nachwuchs

Schon heute spielen ausschliesslich Spieler aus dem eigenen Nachwuchs für die 1. Mannschaft. Und auch wenn der EHC aktuell auf jeder Nachwuchsstufe ein Team stellt, sieht Bürgin doch «in gewissen Jahrgängen Löcher», die auf die vergangenen Jahre zurückzuführen sind. «In den nächsten Jahren wollen wir mit der nun besseren und gesicherten Infrastruktur diese Löcher stopfen», sagt Bürgin. So, dass einer Rückkehr in die 1. Liga in Zukunft nichts mehr im Weg steht.

Michael Fässler (v.l.), Christine Bürgin und Andreas Hürbin schauen gespannt in die Zukunft des EHC Zunzgen-Sissach.