Noch am Samstag stand Elia Schmid, der Nummer 1 des TTC Wil, die Wut ins Gesicht geschrieben. Im letzten Spiel rastete er nach einem verlorenen Punkt aus und lieferte sich mit dem Muttenz-Star Lionel Weber eine hitzige Debatte. Schmids Meinung nach habe sich Weber unsportlich verhalten. Doch wahrscheinlich war Schmid, der von 2013 bis 2016 selber für Muttenz spielte, vor allem auch unzufrieden mit seiner Leistung und der des TTC Wil. Denn der TTC Rio-Star Muttenz besiegte im Hinspiel des Playoff-Halbfinals die Ostschweizer mit 6:2 und erarbeitete sich damit eine gute Ausgangslage für das Rückspiel.

Die Muttenzer wurden ihrer Favoritenrolle gleich gerecht. Cédric Tschanz und Lionel Weber gewannen ihre Spiele gegen Burgis und Hotz beide mit 3:0. In Spiel 3 konnte Schmid mit einem 3:1 gegen Chengbowen Yang verkürzen. Auch sein zweites Spiel konnte Schmid gegen Tschanz gewinnen, doch es sollten die beiden einzigen Siege für die Wiler bleiben.

Schmids Teamkameraden wurden von ihren Gegenspielern regelrecht dominiert. So gewannen Tschanz und Weber auch das Doppel gegen Burgis und Hotz relativ locker mit 3:0. Dann kam es zum Duell der Schweizer Meister Weber gegen Schmid. Beide Spieler wirkten sehr angespannt. Während des Spiels verlor Schmid kurz seine Nerven und es kam zum eingangs beschriebenen Wortwechsel. Am Ende liess Weber seinem Gegner aber keine Chance. Dieser schien gegen Ende des Spiels die Lust verloren zu haben und verspielte die letzten Bälle fast schon mit Absicht. Weber zeigte jedoch auch eine überragende Leistung und gewann schlussendlich klar mit 3:0. Die Zuschauer jubelten frenetisch, keiner konnte zu diesem Zeitpunkt damit rechnen, dass Wil am Sonntag zurückschlagen sollte.

Auch Weber verliert plötzlich

In der Sporthalle Lindenhof in Wil erwischte Muttenz dann jedoch einen durchaus schlechten Start. Wieder punktete Schmid für die St. Galler. Doch anders als noch am Vortag verlor auch Weber sein Auftaktspiel. Nach dem Kaltstart fand Rio Star besser in die Partie. Im Duell der momentan besten Schweizer Spieler zwischen Weber und Schmid konnte sich Weber wie schon am Samstag mit 3:0 durchsetzen. Parallel dazu konnte auch Tschanz den Wiler Hotz mit 3:2 besiegen und so die Partie wieder ausgleichen. Als daraufhin Yang die Muttenzer mit einem Sieg gegen Hotz wieder in Führung brachte, war der Einzug in den Superfinal nicht mehr weit. Doch weil mit Weber nur noch ein Muttenzer seine Partie gewinnen konnte, ging das Rückspiel am Ende mit 6:4 an Wil. Der amtierende Team-Schweizer-Meister konnte die Serie somit ausgleichen. Jetzt kommt es am 26. Mai in Muttenz zum Entscheidungsspiel um den Einzug in den Final.

Zwei Abgänge, zwei Zugänge

Im Vorfeld des Heimspiels vom Samstag verkündete der TTC Rio Star Muttenz einige Veränderungen im Kader für die kommende Saison. Dominik Moser und Chengbowen Yang wurden verabschiedet. Doch ein Ersatz für die beiden konnte auch schon präsentiert werden. Pedro Osiro und Lars Posch spielen in der nächsten Saison für Muttenz, vielleicht ja beim frischgebackenen Team-Schweizer-Meister.