Schliesslich wäre es das gewinnbringende 2:1 für den FC Basel in einem Klassiker gegen den FC Zürich gewesen, den der FCB durchaus auch hätte verlieren können. Am Ende aber gibt es eine Punkteteilung. Ein 1:1, das Campo «gerecht» findet, und über das er sich womöglich mehr als alle anderen freut. Denn dieses Remis ist so etwas wie der Startschuss seiner Karriere unter Marcel Koller.

Bislang hatte Campo einen schweren Stand gehabt unter Koller. Und das, obwohl auch Koller die Qualitäten des hochveranlagten Campo erkannt hat, sagt er doch, dass Campo «mit seiner Technik und seiner Übersicht sehr wertvoll ist für uns». Dennoch durfte der 23-Jährige bislang einzig im Cup von Beginn an ran. Die restlichen Spiele musste er mit ansehen, wie Luca Zuffi auf «seiner» Zehnerposition einen überragenden Job macht.

Eine ungewohnte Situation für Campo, der unter Raphael Wicky als Herz der Basler Offensive vorgesehen war. «Es ist klar, dass ein neuer Trainer immer Konsequenzen für die ganze Mannschaft hat.» Für Campo gar vielleicht noch etwas grössere als für andere Spieler. «Es hat etwas Zeit gebraucht, bis wir uns haben verständigen können. Er hat etwas Anpassung gebraucht im Training», sagt Koller. Inwiefern, erklärt Campo gleich selber: «Er hat ganz klar gesagt, was er verlangt. Man weiss, dass Marcel Koller einer ist, der verlangt, dass seine Spieler 100 Prozent geben und gehen, vor allem defensiv.» Defensivarbeit also, auch für den kreativen Freigeist Campo? «Ja, er hat mit gesagt, dass ich auch defensive Aufgaben zu erledigen habe. Ich denke, ich habe heute bewiesen, dass ich das kann.»

Erkennbare Erleichterung

Tatsächlich ist Campo gegen die Zürcher insbesondere in der zweiten Halbzeit des Öfteren defensiv gefordert und erledigt seine Aufgaben pflichtbewusst. Aber es wird nicht nur das sein, was Koller dazu verleiten lässt, zu sagen, dass «er das heute hervorragend gemacht hat». Nun, hervorragend war es nicht. Aber gut. Auch Campo selber zeigt sich nach dem Spiel zufrieden mit seiner Leistung. Vor allem dank der Szene in der 39. Minute. Noah Okafor leitet den Ball zu Taulant Xhaka weiter, der sich am linken Flügel stark durchsetzt und auf den zum Fünfmeterraum heraneilenden Campo durchsteckt.

«Ich habe den offenen Raum gesehen und war sicher, dass Tauli mir spielen würde. Und dann habe ich einfach draufgehauen.» Und getroffen. Unten links mit einem satten Flachschuss. Die Vollendung eines schönen Spielzugs. Und eine grosse Erleichterung für Campo, die er beim Torjubel nicht verbergen kann. Er hat seine Chance nutzen können und das erste Mal seit Anfang Mai durchspielen dürfen. Ein wichtiger Fakt für einen Spieler, der wie kaum ein anderer Rhythmus braucht, um sein höchstes Level zu erreichen. Dass Campo das noch nicht hat, kann er in diesen 90 Minuten nicht verbergen. Zu schwach sind seine Eckbälle, zu unpräzise sein Abschluss in der Nachspielzeit. Um diese Chance zu verwerten, «hätte alles perfekt laufen müssen», sagt Campo.

Aber perfekt läuft es auch nach diesem Startelf-Einsatz nicht für ihn. Denn auch wenn Koller sagt, «dass wir froh sind, noch einen mehr zu haben, den wir einsetzen können», wird der FCB-Trainer wohl dennoch in Zukunft wieder auf Luca Zuffi als Zehner setzen. Anders ist seine Antwort auf die Frage, wieso er diesen gestern auf die Bank gesetzt hat, nicht zu verstehen: «Wir haben ihm eine Pause geben wollen, schliesslich geht es am Donnerstag schon weiter.» Heisst also, Campo dürfte sich dann erneut auf der Bank wiederfinden. Daran hätte wohl auch das Verw