«Die sin sich so ne Brimborium nid gwöhnt, die wärde doch nervös», meinte ein Zuschauer zu seinem Platznachbarn. Tatsächlich war im Prattler Kultur- und Sportzentrum alles hergerichtet für das erste Spiel um den Aufstieg in die Nationlliga B. Wie in der Champions League wurden die Spieler von Pratteln NS von Kindern auf das Feld geführt, in der Pause gab es eine Tanzgruppe und die zahlreich erschienenen Zuschauer wurden mit Lärmmaterial ausgerüstet.

Auf dem Papier war die Sache klar: Pratteln als Gruppensieger und erst noch mit Heimvorteil gegen Appenzell, das als drittplatziertes Team in die Finalrunde nachgerückt ist, weil die zweitplatzierten Albis Foxes aus Zürich bereits in der NLB mit einer Spielgemeinschaft vertreten sind. Trotzdem erwischen die Gäste den besseren Start und erzielten die ersten Tore. Nur die gut organisierte Abwehr der Prattler verhinderte einen entscheidenden Rückstand.

In der Folge begann die Baselbieter Angriffsmaschine immer besser in Schwung. Simon Knobel verteilte die Bälle und Marco Mesmer (11) und Ralph Kuppelwieser (8) zeigten sich als kaltblütige Vollstrecker. Nach etwas mehr als 20 Minuten lagen die Prattler erstmals mit zehn Toren in Front, die Appenzeller hatten seit acht Minuten keinen Treffer mehr realisiert.

Appenzeller Hoch vor der Pause

Nach einem Time-out konnten die Gäste reagieren und sich wieder etwas herankämpfen, sodass beim Stand von 16:8 der Pausenpfiff erklang. Kai Wetzel ermahnte seine Spieler, dass das Spiel nochmals bei Null losgehen würde und dass die zehn Minuten nach der Pause die entscheidenden wären. Sein Team konnte dies umsetzen und kam nicht mehr in Bedrängnis.

Trotzdem gab es auf beiden Seiten viele Strafen und die Emotionen kochten hoch, als die Prattler aber auch in Unterzahl weiter punkteten , war die Partie vorzeitig entschieden und der Vorsprung zu gross, als dass die Gäste noch hätten reagieren können. Bei Pratteln reihten sich nun mehrere Spieler in die Torschützenliste ein und auch jüngere Spieler kamen zum Zug.

«Wir sehen in einer Woche, was dieser Sieg wert ist», sagte Wetzel. Nachdem er sich nur via Internetrecherche auf die Appenzeller vorbereitet hatte, wollte er für die nächste Partie gegen Siggenthal/Vom Stein Baden nichts anbrennen lassen und fuhr sogleich nach Möhlin, um dort das erste Spiel der zwei Konkurrenten live zu studieren.