Mitte Mai gab Präsident Markus Blatter am Ende der Vereinsversammlung den sofortigen Rücktritt bekannt. Weitere Mitglieder folgten. Ein Monat später ist Blatter wieder Präsident. Die erste Mannschaft verzeichnet auf die neue Saison sechs Abgänge von Leistungsträgern und damit innert zwei Saisons bereits deren 12. Droht jetzt gar der Abstieg in die 3. Liga?
Eigentlich kann man stolz sein in Laufen.

Die Eishalle bringt viele Vorteile und hatte 1993 mit deren Einweihung einen wahren Boom an hockeybegeisterten Kindern ausgelöst. Nur, mittlerweile sind für Spieler die Wege aus Basel, Rheinfelden oder Sissach ins Laufental zu weit geworden und aus dem Jura bringt man auch kaum Spieler in die Deutschschweiz.

Überraschender Rücktritt

Die Vereinsversammlung schien eine wie viele zu werden. Doch zu später Stunde und völlig unerwartet hängte Blatter an seine Abschlussworte noch den Zusatz, «ich trete hier und jetzt per sofort als Präsident zurück.» Ihm folgten mit Jörg Felix und Patrick Neuschwander zwei weitere Vorstandsmitglieder, weitere liessen diesen Schritt zumindest offen.

«Es klafft eine grosse Lücke, die wir nicht sofort füllen können. Wir müssen in den Nachwuchs investieren.»

Markus Blatter, Präsident EHC Laufen

«Es klafft eine grosse Lücke, die wir nicht sofort füllen können. Wir müssen in den Nachwuchs investieren.»

Nach diversen Gesprächen liess man es an der ausserordentlichen Vereinsversammlung zu einer Art «Vertrauensfrage» kommen. Kernpunkt war das Stimmrecht für Nachwuchsspieler. Damit diese nicht nur zahlen, aber nicht mitbestimmen dürfen, sah man im Stimmrecht ein wichtiges Argument, um gemeinsam in eine bessere Zukunft zu gehen.

Rund ein Drittel aller Stimmberechtigten war anwesend und unterstützte die Idee und ebnete damit auch den Weg für eine Rückkehr Blatters auf den Präsidentensessel. Ebenfalls wieder dabei ist Felix, nur Neuschwander hielt am Rücktritt fest. «Für mich ist wichtig, dass wir eine Vorwärtsstrategie fahren können. Wir müssen in den Nachwuchs investieren, denn es klafft eine grosse Lücke, die wir nicht sofort auffüllen können. Das zeigt sich in der ersten Mannschaft nun immer deutlicher.» Man müsse zusammenrücken, so Blatter.

Mit Thomas Von Euw hat man einen ausgewiesenen Mann mit einem Teilpensum für den Nachwuchs verpflichtet. Für die erste Mannschaft wurden mit Thomas Heiniger (Headcoach) und René Scherrer (Assistent) auch neue Leute geholt. Doch das Team hat weitere Leistungsträger verloren. Alain Willemin (Rücktritt), Simon Fässler, Fabian Burkhalter, Yves Morand, Edi Stohwasser und Adrian Laubacher (letzte Saison drittbester Skorer in der Gruppe) wechselten den Verein.

Es fehlen fünf bis sechs Jahrgänge

Für Stefan Keller, langjähriger Spieler und nach einem Jahr Pause jetzt als Sportchef zuständig für die Mannschaft, wartet eine Herausforderung. «Dieser Aderlass hat sich schon lange abgezeichnet. Vor allem, dass langjährige Stammspieler ihren Rücktritt erklären. Dass wir momentan kaum eigenen Nachwuchs haben, um die entstandenen Lücken zu schliessen, ist ebenfalls klar. Uns fehlen fünf, sechs Jahrgänge. Jammern bringt aber nichts.»

Für Keller ist klar, dass nun die eigenen Spieler, die alle auch schon Jahre in der 2. Liga spielen, aus dem Schatten treten und Verantwortung übernehmen können und müssen. Der Sportchef sieht die Playoff-Qualifikation als realistisches Ziel, trotz allem, und er geht davon aus, dass bis zum Saisonstart noch der eine und andere Spieler verpflichtet werden könne.

«Ich vertraue der Zusammenarbeit mit Basel und Rheinfelden. Gleichzeitig wird man aber die Arbeit im Nachwuchs forcieren.» Das ist aktuell für alle das zentrale Thema. Der Hockeyverein aus dem Laufental steht vor einer Herausforderung, aber vielleicht ist ja gerade das der Schlüssel zum Erfolg. «Als», wie es Blatter formuliert, «Familie und verschworenes Team.»