1 Die Wiederentdeckung der Konstanz

Wer im Duden das Wort «Konstanz» sucht, der hätte als Definition «FC Basel» finden können. Zumindest bis letzten Sommer. Bis dahin war der FCB konstant in seinen Leistungen, in seinen Erfolgen und in der Führung. Während ihm Letzteres freiwillig abhandengekommen ist, wurden die anderen Verbindungen unfreiwillig getrennt.

Konstant war einzig die Inkonstanz. Kontinuität wiederzuerlangen ist eine der Hauptaufgaben von Raphael Wicky. Wie schwer verpatzte Starts wiegen, das hat die Summe aus Hin- und Rückrunde gezeigt.

2 Die Wiederbelebung des Nimbus

Ein Weg zurück zu Konstanz ist die Rückbesinnung auf das Selbstverständnis. Dieses führte zum Nimbus, der den FCB lange umgab und den er verloren hat. Vor allem zu Hause. Das Joggeli war einst eine Festung.

Im Frühling verlor man aber gleich zwei Heimspiele in Serie. Ein Novum in diesem Jahrtausend. Den Mythos der Unbezwingbarkeit gilt es, wieder auferstehen zu lassen. Denn Meister wird nur, wer die Kleinen schlägt. Vor allem zu Hause.

3 Die Konservierung des Vertrauens

Zwei von drei Saisonzielen verfehlt, eine titellose Saison. Das nagt am Selbstvertrauen. Mit Jonas Omlin, Aldo Kalulu und Silvan Widmer sind drei Neue dabei, die diese Schmach nicht miterleben mussten und deren Vertrauen in sich selbst noch intakt ist.

Dank individuell starken Saisons. Und nicht zuletzt, weil der noch immer beste Verein der Schweiz sie hat verpflichten wollen. Sie müssen ihr Vertrauen behalten – und es auf das Team übertragen.

4 Das Minimieren der Aussetzer

Suchy gegen Lausanne. Suchy gegen Lugano. Balanta gegen Chiasso. Lacroix gegen St. Gallen. Elyounoussi gegen YB. Omlin gegen 1860 München. Und nochmal Omlin gegen Feyenoord. Es ist dies eine Auflistung von Aussetzern von FCB-Akteuren – angefangen im Herbst über den Frühling bis hin zum letzten Testspiel.

Dort war es Omlin, der zwei Mal patzte. Hat er all seine Aussetzer bereits hinter sich, ist das gut. Aber es sind nicht nur die Aussetzer mit Gegentoren als Folge, die abzustellen sind. Sondern auch unnötige Platzverweise wie jener Suchys in Lugano.

5 Die Bestimmung der Stamm-Elf

Natürlich ist es schwierig, eine Stammelf zu finden, wenn alle sechs Monate ein grosser Umbau stattfindet. Doch bei aller Nachsicht: Wicky hat zwei Mal zu lange tüfteln müssen. Über weite Strecken der Saison stellte er von Spiel zu Spiel um.

Sowohl Startelf als auch System. Anfang April hatte er sein Team gefunden. Reichlich spät. Ob des wichtigen und intensiven Startprogramms muss es dieses Mal schneller gehen. Allen Ausfällen zum Trotz.

6 Die Reduktion der Verletzungen

Denn Ausfälle gibt es wieder mehr, als man sich das zuletzt gewohnt war. Mit Taulant Xhaka, Samuele Campo und Eder Balanta fehlen gleich drei potenzielle Stammspieler. Zudem sind auch Zdravko Kuzmanovic und Signori Antonio angeschlagen. Schwer wiegen in erster Linie die Absenzen Xhakas und Campos.

Sie sind fast (Xhaka) bis gar nicht (Campo) 1:1 zu ersetzen. Schlimmer würde nur eine Verletzung Silvan Widmers wiegen. Aber bereits die aktuelle Situation zeigt: Viel erträgt dieser Kader nicht.

7 Die Entwicklung in der Breite

Hauptgrund dafür ist, dass der FCB in der Breite sehr dünn aufgestellt ist. Am stärksten betroffen sind die Zehner- und die Rechtsverteidiger-Position. Aber auch sonst sind echte Optionen auf der Bank, solche, die zum Gamechanger werden können, Mangelware. Vom perfekt austarierten Team ist man weit entfernt.

Trotz eines 27 Spieler umfassenden Kaders. Bei dieser auf Reduktion bedachten Vereinsführung gibt darf mit keinem Zuzug mehr gerechnet werden. Also muss sich die zweite Garde weiterentwickeln.

8 Die Optimierung der Chancenauswertung

Manchmal war es fast schon zum Verzweifeln, wie einfach der FCB Ausgabe 2017/2018 seine Torchancen verschenkte. Von 673 Abschlüssen landeten nur 13,12 Prozent im Tor. Für einen Meistertitel braucht es aber Effizienz.

Gegen tief und kompakt stehende Gegner kommt man nur zu wenigen Chancen. Und die muss man nutzen. Eiskalt.

9 Das Ausnützen der Standard-Situationen

Zu Chancen, die man nützen muss, gehören auch Standards. Welch’ grosse Waffe sie sein können, zeigte die WM. Der FCB hingegen zog im titellosen Jahr wenig Profit aus ruhenden Bällen.

Weniger als ein Viertel seiner Tore fiel nach Standards, sechs davon waren Penaltys. Und nur jede 52. Ecke führte zu einem Treffer. Es sind ausbaufähige Werte.

10 Das Hoffen auf das gegnerische Versagen

Am Ende gibt es etwas, das der FCB nicht beeinflussen kann: die Leistungen der Gegner. Ist YB ähnlich konstant wie im Meisterjahr, dann könnte das Erfüllen aller neun anderen Punkte nicht reichen, um den Pokal zurückzuerobern.