«Also, Champagner-Fussball war es diesmal nicht». Der dies sagte, heisst Peter Faé, ist die stärkste Antriebskraft im FC Black Stars – und ein Mann der Taten. Seine Aussage war aber nicht negativ gemeint, sondern der Sportchef wollte ausdrücken, dass sein Personal «nur» einen ehrlichen Arbeitssieg erkämpft hatte. Die Basler taten es aber, in Anbetracht der Witterung (steter Regen und starker Windeinfall), eindrucksvoll.

Mit einer Reife, die keine Selbstverständlichkeit ist. Und mit der wachsenden Überzeugung (herrührend durch die 17:1-Punkte und einem Torverhältnis von 21:4 aus den letzten sechs Meisterschafts- partien!), dass die Elf von Cheftrainer Samir Tabakovic momentan derart stilsicher auf­spielt, dass alle bedauern, dass nun die Winterpause bis zum 4. März 2018 anbricht.

Heikle Startphase

Baden, das den «umgekehrten Weg» als die «Schwarz-Sterne» gegangen ist (starker Sai­sonauftakt und ebenso starkes Nachlassen mit vier Niederlagen aus den letzten fünf Mat­ches, darunter drei Heimniederlagen in Folge bei 1:8-Toren), begann furios.

In einem sehr offensiv ausgerichteten System kam der Gastgeber gleich zu einem Eckball – und Gasthü­ter Semir Erovic (der für Stammgoalie Steven Oberle spielen durfte) wehrte einen Kopfball von Christopher Teichmann mirakulös ab. Und als ein 20-Meter-Knaller von Raffaele Car­diello an die Lattenoberkante klatschte, da wusste der Gast aus Basel, dass man achtsam sein musste.

Doch mit Fortdauer der Partie begann «Blägg», Partie und Widersacher zu kontrollieren. Namentlich ab der 30. Minute spürte man, dass der FCBS einem Torerfolg näher als der FCB stand. Und es war Ola Moyo Uruejoma (der sich als Patron herauskristallisiert hat) vergönnt, mittels Nachschuss sein Team in Führung zu bringen.

Baden fehlte die letzte Entschlossenheit

Es sollte sich zeigen, dass dieses eine Tor zugleich der Siegestreffer sein würde, denn in den zweiten 45 Minu­ten war Baden optisch zwar überlegen, hatte mehr Ballbesitz, alleine zu klaren Einschussmöglichkeiten kamen die Aargauer jedoch nicht mehr. Ihren Angriffen fehlte die letzte Entschlossenheit, mehr noch die Präzision.

«Mit dem Resultat bin ich natürlich zufrieden. Nicht aber mit der Leistung. Wir haben es in der zweiten Halbzeit nicht geschafft, einen einzigen Angriff, meist Konter und oft in Über­zahl, zu Ende zu spielen. Mit einem zweiten Tor hätten wir die Partie vorzeitig entschieden und hätten uns die hektische Endphase ersparen können», so Trainer Samir Tabakovic.

Ja, der Bosnier ist ein strenger Trainer und Fussball-Realist. Der ex-Profi weiss, dass in den letzten zwei Partien, den beiden 1:0-Auswärtssiegen in Delémont und nun in Baden, das Momentum bei seinem Team lag. Statt sechs Zähler hätten es auch «nur» zwei Punkte sein können, wenn man sich an den gehaltenen Elfmeter durch Black-Hüter Oberle in der Dels­berg erinnert. Und dies in der 94. Minute!

Verstärkungen kommen

Und wer am späteren Abend im Klubhaus des FC Black Stars, «en petit famille», den Aus­führungen von Faé zuhörte, erfuhr, dass die Mannschaft punktuell weiter verstärkt wird.

Denn auch Tabakovic setzte mit seiner Aufstellung ein Zeichen, dass «es bei mir keine Stammplatz-Garantie gibt und ich den Konkurrenzkampf steigern muss, um die Substanz zu erhöhen». Die Gegner werden es nicht gerne hören und es im Frühjahr 2018 zu spüren bekommen.