Nach dem 3:2-Sieg gegen Lugano war Marcel Koller noch bester Laune. Ja, er war gar zum Scherzen aufgelegt und das, obschon er die letzten Minuten der Partie von der Tribüne verfolgen musste. Kurz vor Ende der Partie hatte er nämlich den Schiedsrichterassistenten abgeschossen. «Ich habe mit einer Spitzguuge den Linienrichter getroffen. Es ist korrekt, dass der Schiedsrichter mich auf die Tribüne geschickt hat. Ich muss an meiner Technik arbeiten», sagt der Übeltäter nach dem Spiel.

Wiederholte Reklamationen

Ganz so harmlos wie von Koller geschildert, dürfte der Vorfall aber nicht gewesen sein. Sonst wäre er von der Liga kaum für ein Spiel gesperrt worden. Auch die Begründung lässt darauf schliessen: Koller sei gegen Lugano «nach wiederholtem Reklamieren beim Schiedsrichter-Team auf die Tribüne geschickt worden». Noch ist nicht klar, ob der FCB gegen die Sperre Rekurs einlegt. Heute Vormittag will der Klub entscheiden. Ein Rekurs könnte aufschiebende Wirkung haben und würde es Marcel Koller allenfalls erlauben am Samstag gegen Thun trotzdem auf der Bank Platz zu nehmen.

Falls es nicht zum Rekurs kommt oder dieser abgelehnt würde, würde ihn Assistent Thomas Janeschitz im Berner Oberland an der Seitenlinie ersetzen. Janeschitz stand Koller schon bei seinem Engagement als österreichischer Nationaltrainer zur Seite. Der 52-jährige Österreicher absolvierte selbst ein einziges Spiel für Österreichs Nationalauswahl. Er studierte Leibeserziehung und Mathematik an der Universität Wien. Beim FCB assistiert er Koller zusammen mit Carlos Bernegger.