In der Europa League gegen Vitesse Arnheim fehlte Geoffroy Serey Die mit muskulären Problemen. Der Ivorer konnte gegen Sion überraschend wieder mittun, doch dafür fungierte mit Kevin Bua ein anderer Spieler angeschlagen nicht im Aufgebot. Beim 3:2-Sieg gegen die Walliser musste auch Marek Suchy zur Pause mit einer Achillessehnenreizung raus. Der Captain selber geht davon aus, dass er am Donnerstag gegen Arnheim spielen kann. Die definitive Entscheidung steht aber noch aus.

Die Wehwehchen der FCB-Stars sind einfach zu erklären. Das Spiel gegen Sion war das siebte in 23 Tagen. Eine neue Erfahrung für den frühreren Serienmeister, der in der Vergangenheit erst viel später international gefordert war. In der neuen Saison ist die Belastung für die Stammspieler von Anfang an gross und wird auch nicht kleiner. Denn, wenn der FCB am Donnerstag die Hürde Arnheim nimmt, folgen noch zwei weitere englische Wochen. Bis zum 2. September und der dann folgenden Nati-Pause stünden weitere sechs Spiele an. 

Zwischen dem EL-Rückspiel gegen Arnheim und der Cup-Partie vom kommenden Samstag in Montlingen liegen nicht einmal 48 Stunden. Gut möglich, dass es FCB-Trainer Koller im Schweizer Cup auch mit einer B-Elf probieren könnte. Denn auch die FCB-Reservisten sollten gegen das Team aus der 2. Liga keine Probleme bekommen.

Das Mammut-Programm hat auch für den neuen FCB-Trainer Marcel Koller Folgen. Statt seine Ideen der Mannschaft auf dem Trainingsplatz zu übermitteln, muss er auf Gespräche und Videostudium zurückgreifen. Zwischen dem Europa-Cup-Match am vergangenen Donnerstag und dem Ligaspiel gegen Sion am Sonntag fand am Samstagmorgen genau ein gemeinsames Training auf dem Platz statt. Am Freitag regenerierten die Stammspieler, während die Ersatzspieler im Wald laufen gingen.

Auch heute steht bei den meisten FCB-Stars wieder Regeneration auf dem Programm. Bis zum Rückspiel gegen Arnheim am Donnerstag hat Marcel Koller aber mit Dienstag und Mittwoch immerhin zwei Trainingstage. Doch wahrscheinlich wird auch diese Woche des öfteren zum Videostudium gerufen. Rechtsverteidiger Silvan Widmer lobt diese Methode: "Da sieht man immer schön und ohne Diskussion, was gut und was weniger gut war." Trotzdem würde wohl auch Widmer, wie jeder Fussballer, seine Arbeitszeit lieber auf dem Trainingsplatz als im Theoriesaal verbringen. 

Doch trotz allen unliebsamen Folgen, die das Mammut-Programm mit sich bringt: Bleibt Marcel Koller so erfolgreich wie bisher und qualifiziert sich am Ende für die Gruppenphase der Europa League, entschädigt das Erreichte für die vielen Wehwehchen der Stars und Kollers-Theorielektionen.