90 Achterboote aus neun Nationen bestritten am Samstagnachmittag in sechs Kategorien einen der grössten Ruderanlässe Europas. So quasi als Aufwärmtraining absolvierten 35 Teams um 10.30 Uhr bei garstigen 3 Grad Celsius den 350 Meter langen Sprint des Rois, in welchem das jeweilige Siegerboot bei den Frauen und Männern anlässlich der nächsten Austragung der Regatta im Hotel Les Trois Rois gratis nächtigen darf.

Und schon bei diesem Prestige trächtigen Warm-Up zeigte das Zugpferd des diesjährigen BaselHead, der Deutschland-Achter, seines Zeichens Weltmeister 2017 und Olympia-Zweiter von Rio de Janeiro, wer heuer in Basel das Sagen auf dem Rhein haben wird. Bei den Frauen sicherten sich die königliche Uebernachtung überraschenderweise die Frauen von Savoie Aviron aus Frankreich.

Begeisterung auf der Mittleren Brücke und am Ufer

Genau mit dem Glockenschlag um 14.00 Uhr bretterte der favorisierte Achter mit der Startnummer 1, die Renngemeinschaft Stützpunkt Dortmund, schon auf den ersten Metern flussaufwärts an den vielen Zuschauern bei der Kleinbasler Rheinpromenade und der Mittleren Brücke in Richtung Stauwehr Birsfelden.

Und der deutsche Super-Achter in der Besetzung Felix Drohalta, Malte Jakschick, Richard Schmidt, Felix Wimberger, Max Planer, Max Korge, Johannes Weissenfeld, Torben Johanesen und Steuermann Martin Sauer schwächelt auf keinem der total 6400 Metern rheinauf und rheinabwärts und lässt seinen Konkurrenten mit der neuen Streckenrekordzeit von 18’41’’45 nicht den Hauch einer Chance und sichert sich damit 5000 der total ausgesetzten 21.500 CHF Siegerprämie.

Den zweiten Platz holte sich der deutsche B-Achter vor den Franzosen von Poles Nancy. In der Frauen Elite-Kategorie wiederholte Slavia Prag seinen Sieg aus dem Vorjahr vor der Frankfurter RG Germania und dem tschechischen Achter von Bohemians Prag.

Starke U19-Schweizer und ein ganz spezielles Boot

Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen erreichten die Schweizer Boote bei der U19-Kategorie zwei gute 2. Plätze. Die Boote des Schweizerischen Ruderverbandes mussten sich bei den Männern nur von der RGM Bohemians Prag und bei den Frauen vom VK Blesk/ CVK Praha schlagen lassen.

Nicht gewonnen, aber immer Sieger sein wird das Boot bei der Männer-Elite mit dem etwas speziellen Namen RGM Wirfueryannic e.V. Diese Ruderer fahren nämlich seit dem Suizid ihres Teamkollegen Yannic unter dessen Namen und haben eine Foundation für depressiv kranke Ruderer ins Leben gerufen, dessen Präsidium in Rheinfelden (D) stationiert ist.

«Es war trotz kalten Temperaturen ein Rekordanlass. Rekordzeit und Rekordanzahl gemeldeter Boote. Ausserdem hatten wir keine Unfälle oder sonstige negativen Meldungen» sagten die beiden Co-Präsidenten des Organisationskomitees, Sabine Horvath und Martin Steiger nach der Siegerehrung unisono.