Benjamin Huggel, der seit dieser Spielzeit als Cheftrainer der „Blägg“ fungiert, war noch nie um klare Voten verlegen. Ob in seiner Aktivkarriere beim FC Basel oder in der 1. Bundesliga bei Eintracht Frankfurt… der Münchensteiner spricht Dinge direkt und offen an. „Warum sollten wir der Gruppenfavorit sein? Wo steht dies geschrieben? Und aufgrund welcher Tatsachen sind wir <l’équipe à battre>?“ fragte der alt Internationale in diesen Tagen.

Auch in dieser Zeitung wird der Basler Quartierverein als Gruppenfavorit bezeichnet. Und in den medialen Saisonvorschauen in anderen Region wurde Black Stars, und zwar unisono, nicht nur als „die zu schlagende Equipe“ bezeichnet, sondern auch als Ligakrösus bezeichnet. Manchmal ehrfurchts- und respektvoll, zumeist aber doch mit einer grossen Portion Neid der Konkurrenz.

Nach acht Runden sieht die sportliche Bilanz anders aus. Acht Punkte ergeben Platz 10 – „und nur das ist die Wahrheit. Nichts anderes“, hält Huggel, diesmal mit Nachdruck, fest. Und wer „Beni“ Huggel einigermassen kennt, weiss, dass er damit konkret aussagen will, dass „vermeintlich grosse Namen noch keine grosse Mannschaft machen, wenn diese grossen Namen nicht ihr Potenzial abrufen können. Oder wollen…“, so der Baselbieter.
Furios begonnen

Beim Gastspiel in Buochs begann der Gast furios. Sportchef Peter Faé – auch er ein Mann der klaren Worte – sah in den ersten fünf Minuten „drei glasklare Torchancen für uns“. Diese Einschussmöglichkeiten wurden aber von Seyfettin Kalayci und Mickaël Rodriguez vergeben – respektive vom reflexschnellen Buochs-Hüter Samuel Blättler vereitelt. Die Dominanz des FCBS hielt an – und so war die 1:0-Führung durch den Franzosen Rodriguez, der sein „obligates Tor“ erzielte, hochverdient.

Doch die „Schwarz-Sterne“ bauten in den zweiten 45 Minuten ab. Oder die Nidwald-ner steigerten sich eklatant, denn „in der ersten Halbzeit hatten wir keinen einzigen vernünftigen Pass, geschweige Angriff zustande gebracht“, monierte Buochs-Trainer David Andreoli nach Abpfiff. Mit dem 1:1-Ausgleich durch Bojan Malbasic war die Partie wieder offen – und instinktiv spürte man, dass das Momentum nun auf die Seite der Gastgeber kippen könnte. Und in der Tat gelang Teamcaptain Christophe Lambert das Siegestor – nicht unverdient, aber doch sehr glücklich im Zeitpunkt. „Wir kommen einfach nicht in die Gänge. Es ist wie verhext“, so der Tenor bei einzelnen Exponenten des FC Black Stars.

Zuletzt blieb dem Gast der Frust, dass sie zwar gut gespielt hatten. Und doch nicht gut (oder clever) genug, um zumindest mit einem Zähler die Rückreise nach Basel antreten zu können. Und Trainer Huggel mag längst nicht mehr das Lamento über verletzte Spieler, vermeintliche Ungerechtigkeiten und Pech hören. „Nur die Resultate und die Tabelle sind die Wahrheit“, so der Baselbieter.


SC Buochs - FC Black Stars 2:1 (0:1)

Sportplatz Seefeld. – 280 Zuschauer. – SR Ghisletta. – Tore: 34. Rodriguez 0:1. 55. Malbasic 1:1. 86. Lambert 2:1.

Buochs: Blättler; Gabriel, Knezevic, Schrecker, Trajkovik; Schuler; Malbasic (86. Tobias Nickel), Käch (76. Bosshart), Tanushaj; Lambert, Barmettler (60. Bucheli).

Black Stars: Oberle; Stenz, Ricardo Silva, Nimeley, Muelle; Acar (76. Muslija), Weber, Bajraktari, Friedli; Kalayci (66. Koc); Rodriguez.

Bemerkungen: Buochs ohne Fabian Nickel und Unternährer (beide verletzt). - Black Stars ohne Hengel, Infantino (beide gesperrt) sowie Bakovic, Cardoso, Dinkel, Fazio, Micic, Ngang und Troller (alle ver-letzt). – Verwarnungen: 40. Acar, 50. Käch, 56. Friedli, 59. Schuler, 79. Weber, 80. Schrecker und 89. Oberle (alle wegen Foulspiel).