Eine Halbzeit lang lief alles gegen den Nachwuchs des FC Basel: Da war der diskutable Platzverweis gegen Robin Huser, der in der 33. Minute wegen einer angeblichen Schwalbe zum zweiten Mal verwarnt wurde. Da war Afimico Pululus vergebene «Hundertprozentige»  – ein Pfostenschuss, nachdem er Goalie Felix Hornung bereits umspielt hatte (35.).

Und zu schlechter Letzt war da noch das 0:1 in der Nachspielzeit – Artian Kastrati hatte den FC Breitenrain mit der letzten Ballberührung vor der Pause aus kurzer Distanz in Führung gebracht. 

Der nicht unzufriedene Arjan Peço behielt seine Equipe aber nur neun Minuten in der Kabine. «Meine Ansprache war kurz, aber klar. Meine Spieler sind intelligent, sie haben alles verstanden», sagte der FCB-U21-Trainer, der in der Tat die richtigen Worte gefunden zu haben schien. Das Heimteam wurde nämlich immer spielbestimmender und stellte nach wenigen Minuten auf eine Dreier-Abwehr um.

Das höhere Risiko forderte mehr Laufbereitschaft – nach vorne und nach hinten. «Die Jungs mussten beissen, sie sind gerannt wie Verrückte», brachte es Peço umgangssprachlich auf den Punkt. Alessandro Stabile, dem auf der rechten Aussenbahn kein Weg zu weit war, besorgte schliesslich in der 72. Minute den Ausgleich, als er einen Querpass Pululus einschob.

Die Berner, die bis dahin unerklärlicherweise sehr passiv agiert hatten, schienen sich erst jetzt ihrer zahlenmässigen Überlegenheit bewusst zu werden. Denn nun versuchten auch sie es wieder mit vereinzelten Angriffen.

Durch Leidenschaft getragen

Mehr Feldanteile hatten aber weiterhin die Basler, denen ein Punkt nicht genug war. Der Siegeswille wurde in der 88. Minute belohnt, als Stabile den unmittelbar zuvor eingewechselten Michael Hänggi am zweiten Pfosten bediente und dieser den Ball über die Linie drückte.

Es war nicht nur der erste Sieg in der jungen Saison, sondern vor allem die Art und Weise, welche im Lager des Heimteams für grossen Jubel sorgte. Diese Leidenschaft soll den FCB-Nachwuchs auch durch die kommenden Runden tragen. «Denn in der Promotion League musst du jede Sekunde parat sein», so Arjan Peço.

Mit Kopf zum Sieg

Eine Liga tiefer feierte derweil der FC Black Stars den zweiten Sieg im zweiten Spiel. Das 3:0 gegen den FC Bassecourt war auf dem Feld das, was es auch auf dem Papier war: Der Vergleich zwischen einem Spitzenteam und einer Mannschaft, die um den Klassenerhalt kämpfen muss.

Die Entscheidung in dieser einseitigen Begegnung fiel kurz vor der Pause: Erst war Verteidiger Simon Dünki nach einem Corner mit dem Kopf zur Stelle (43.), dann profitierte der früh für den verletzt ausgeschiedenen Deny Gomes eingewechselte Dino Babovic von einem Abwehrfehler der Gäste (44.). Denn Schlusspunkt setzte in der 81. Minute erneut Dünki, gegen dessen Kopfballstärke kein jurassisches Kraut gewachsen war.

Mit der SR Delémont durfte aber dennoch ein Erstligist aus dem Jura auf Basler Boden jubeln. Leidtragende waren die Old Boys, die wegen eines Kopfballgegentreffers in der 92. Minute mit 1:2 das Nachsehen hatten. Eine unnötige Pleite für die Gelbschwarzen. «Mehr als diese Chance hatte der Gegner nicht. Sogar der Ausgleich war ein Geschenk von uns gewesen», ärgerte sich OB-Trainer Aziz Sayilir.

Sein ersatzgeschwächtes Team – sechs potenzielle Stammkräfte fehlten – war in einem mässigen Match die etwas bessere Equipe, agierte aber insgesamt zu fehlerhaft. «Die Einsatzbereitschaft war gut, aber was das Spielerische betrifft, bin ich nicht zufrieden. Ich kenne meine Spieler und weiss, dass sie mehr drauf haben», analysierte Sayilir, für den es ein schwacher Trost war, dass Leonardo Farenga der erste OB-Treffer der Saison gelungen war.