Italiens Fussballer waren lange Zeit berühmt dafür, dass sie über eine massive, knallhart agierende Defensive zu ihren zahlreichen Erfolgen kamen. «Catenaccio» hiess das Erfolgsrezept. Wörtlich übersetzt «Türriegel», frei ungefähr: «Die Null muss stehen.» Auch Italiens Eishockey-Cracks haben sich an der WM hier in Bratislava konsequent an dieses Motto gehalten.

Dummerweise aber im verkehrten Sinn. Sie mussten sich bis zur 43. Minute ihres sechsten WM-Spiels, insgesamt also 343 Minuten gedulden, ehe Angelo Miceli gegen Norwegen der erste Treffer der Hockey-Azzurri gelang. Das Spiel ging am Ende zwar mit 1:7 verloren, aber die Zuschauer in der Arena feierten das Tor mit einer Standing Ovation.

Was nach einer lustigen Anekdote tönt, ist im Prinzip aber tragisch. Die Italiener stehen nach sechs Spielen mit null Punkten und einem Torverhältnis von 1:45 da. Sie haben auf diesem Niveau schlicht nichts verloren.

Nullen will man auf diesem Niveau nicht

Aber, und das ist die Ironie der Geschichte: der Abstieg der Squadra Azzurra steht trotzdem noch nicht fest. Weil mit Österreich ein ähnlich inferiorer Kontrahent mitspielt. Gestern verlor die Mannschaft des Schweizer Trainers Roger Bader gegen Tschechien auch ihr sechstes Turnierspiel. 0:8 gegen Tschechien. Die Bilanz. Null Punkte, 6:36 Tore.

Heute um 20.15 Uhr kommt es nun zum Abstiegsschocker zwischen den beiden Kellerkindern. Der Gewinner schafft den Klassenerhalt. Im Extremfall könnten sich beispielsweise die Italiener mit einem 1:0-Sieg nach Penaltyschiessen retten. Also mit einem, regulär erzielten Tor im ganzen Turnier! Klar ist, dass die desolaten Vorstellungen dieser Mannschaften die Diskussionen über Sinn und Unsinn einer auf 16 Teams aufgeblähten Weltmeisterschaft befeuern. Nullen will man auf diesem Niveau nicht.